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Sylvia Pantel zum Rückzug von Kramp-Karrenbauer

Interview : Pantel: Erst neuen Kurs klären, dann ein Mitgliedervotum

Die konservative CDU-Bundestagsabgeordnete will eine Neuorientierung und wendet sich gegen Anfeindungen von Anhängern der Werteunion.

Sylvia Pantel, die CDU-Bundestagsabgeordnete im Düsseldorfer Süden steht für den wertkonservativen Flügel ihrer Partei, ist nicht Mitglied der Werteunion, teilt aber laut eigener Aussage einige Inhalte ideel. Zugleich kennt man sie in Düsseldorf aber auch als sehr engagierte Sozialpolitikerin.

Frau Pantel, Wie bewerten Sie den AKK-Rückzug?

 Pantel: Ich habe Hochachtung vor unserer Parteivorsitzenden und Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer; sie übernimmt die Führungs-Verantwortung für viele Entwicklungen in der CDU in den vergangenen Jahren, die durch die aktuellen Entwicklungen in Thüringen nun offen zutage getreten sind.

Wen favorisieren Sie als Nachfolger?

 Pantel: Es gibt mehrere gute Kandidaten und Kandidatinnen. Ich schätze Friedrich Merz, aber bevor wir uns dazu in der Union eine Meinung bilden und diese Frage dann am besten mit einem Mitgliedervotum entscheiden, sollten wir klären, welchen Kurs die CDU künftig einschlagen wird und wie eine  Neuorientierung gelingen kann.

  Sollte die CDU aus Ihrer  Sicht mehr auf die AfD zugehen oder selbst mehr  nach „rechts“ rücken?

Pantel:  Ich verstehe mich als konservativ und wirtschaftsliberal und finde, dass es sich lohnt, unseren Rechtsstaat zu verteidigen. Ist das rechts der Mitte? Es macht wenig Sinn, wenn wir uns in der CDU vorwiegend mit internen Anfeindungen und Verdächtigungen befassen und so auch zu treuen CDU-Anhängern oder Mandatsträgern aus dem Verein  „Werte-Union“  auf Distanz gehen und diese Menschen sogar mit Unvereinbarkeitsbeschlüssen aus der Union verbannen wollen. Ich fürchte, dass wir damit nur das Geschäft derer besorgen, die im Kern immer noch einem ganz anderen Menschen- und Weltbild als unserem christlichen Werteverständnis anhängen.