Südpark: „Diese Kreuzung ist der Horror“

Südpark: „Diese Kreuzung ist der Horror“

Weil die Ampel am Südpark für Fußgänger zu kurz geschaltet ist, traut sich Sandra Grieger nicht mit Kindern über die Straße.

Düsseldorf-Bilk. Wenn Sandra Grieger mit ihren Kindern einen Ausflug in den Südpark machen will, ist sie schon vor der Ankunft schwer gestresst. Nicht, weil ihre sowie die Kinder, die sie jahrelang als Tagesmutter betreute, quengeln würden. Das größte Hindernis ist für sie das Überqueren der Werstener Straße auf Höhe der Haltestelle Südpark. „Wir sind oft und sehr gerne im Südpark. Doch der Weg dorthin über die Kreuzung ist für uns alle der reinste Horror. Und er ist wirklich gefährlich“, sagt Grieger.

Die Ampelschaltung sei miserabel, zudem sind ihrer Meinung nach die Haltelinien für die Autos viel zu dicht am Überweg für die Fußgänger. Ganz zu schweigen von den Fußgängerinseln, die „winzig“ seien.

Vor allem früher, als sie regelmäßig mit einer größeren Gruppe Kinder unterwegs war, kam es jedes Mal zu Problemen: „Die große Straße ist mit mehreren Kindern nur in zwei, eher in drei Etappen zu überqueren. Jede Fußgängerampel für sich hat nur eine sehr kurze Grünphase. Da müssen die Kinder und ich uns immer richtig beeilen, um sicher bis zur nächsten Insel zu kommen“, sagt Grieger. Über alle drei Ampeln in einer Grünphase zu kommen, sei undenkbar.

Nebenbei darf sie auch die Kinder keine Sekunde aus den Augen lassen. „Richtig gefährlich wurde es, wenn ich zum Beispiel mit einem Kinderwagen und zwei Kindern auf Laufrädern unterwegs war“, sagt sie. An den Händen halten kann sie nicht alle Kleinkinder gleichzeitig. Ihre größte Angst: Dass eines der Kinder einmal ihre lauten „Stopp“-Rufe überhört, wegen des stetigen Autoverkehrs, der laut vorbeirauscht.

Aber auch jetzt, wenn sie privat mit den eigenen Kindern unterwegs ist, fühle sie sich nicht sicher: „Vor Kurzem wollte ich mal wieder mit den Kindern zum Südpark radeln. Mein großer Sohn wollte die paar Meter jedoch unbedingt mit dem Auto fahren. Als Begründung sagte er, dass er nicht über die laute und gefährliche Straße am Südpark gehen will“, erzählt Sandra Grieger. Obwohl Fahrradfahren sonst das Größte für ihn sei.

Mit ihrer Sorge hat sich Grieger auch an die Stadt gewandt. Und sie bekam mittlerweile eine ziemlich ernüchternde Antwort. Denn eine Veränderung der Verkehrssituation ist nicht in Sicht — und auch nicht beabsichtigt.

„Die Werstener Straße ist nun mal als Hauptverkehrsstraße ausgewiesen. Dort hat der Autoverkehr Vorrang“, sagt Patrick Stieler vom Amt für Verkehrsmanagement. 50 000 Fahrzeuge am Tag passieren die Straße, die von der A 46 vorbei an der Uni in die Innenstadt führt. Stattdessen verweist Stieler auf zwei Überführungen für Fußgänger an der Christophstraße und vom Parkplatz Südpark aus. „Das mag ein Umweg sein, aber der muss in Kauf genommen werden, wenn man die Werstener Straße sicher passieren möchte“, sagt Stieler auf Anfrage der WZ.

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