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St.Vinzenz-Krankenhaus: Chefarzt streitet alle Vorwürfe ab

St.Vinzenz-Krankenhaus: Chefarzt streitet alle Vorwürfe ab

Von wem die anonyme Anzeige stammt, ist unklar. Denkbar ist, dass es Ex-Kollegen waren.

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p class="text"><strong>Düsseldorf. Der Chefarzt der Inneren Medizin am St. Vinzenz-Krankenhaus streitet alle Vorwürfe gegen ihn ab. Auf Anfrage der Westdeutschen Zeitung, die am Freitag exklusiv über den Fall berichtet hatte, wollte sich der Mediziner zwar nicht äußern. Andere Medien berichten indes, der Arzt streite alle Vorwürfe ab. Wie berichtet, soll der Mann Privatpatienten auf der Station A4 ohne deren Wissen Psychopharmaka verabreicht haben. Auf einem Aushang im Schwesternzimmer soll wörtlich gestanden haben: "Jeder Patient soll zur Nacht eine Tablette Aponal 15 mg erhalten." Aponal wirkt dämpfend und stimmungsaufhellend.

Er habe von einem Aushang gehört, aber ihn nie gesehen, geschweige denn geschrieben, sagte der Chefarzt gegenüber einer Zeitung. Zudem könne jeder Patient auf den Etiketten der eingeschweißten Medikamente sehen, um welche Arznei es sich handele.

Sie behaupten, dass sich eine Gruppe von ehemaligen Ärzten zu der Anzeige entschlossen habe. Möglicherweise sei auch noch ein aktiver Arzt des St. Vinzenz-Krankenhauses daran beteiligt. Belegen lässt sich die Behauptung allerdings nicht. Wohl aber, dass die Stimmung in der Station nicht die beste gewesen sein kann.

In einem Brief von Ende Februar, den Mitarbeiter an die Geschäftsleitung des Verbundes Katholischer Kliniken, zu dem St. Vinzenz gehört, geschrieben hatten, heißt es etwa: "Wir kriegen es auch mit, dass die Assistenzärzte, die bei uns gearbeitet haben, unter ständiger Angst und Druck von Professor(...)standen. Die Fluktuation des ärztlichen und pflegerischen Personals ist gravierend." (Namen wurden von der Redaktion weggelassen.) Dutzende Ärzte und ebenso viele Schwestern sollen die Station verlassen haben, seit er eingestellt wurde.

An einer anderen Stelle heißt es in dem Schreiben: "Das gesamte Pflegeteam stand unter massivem Druck von Schwester(...)und Schwester(...), die mündlichen Anordnungen von Professor(...)zu befolgen. Andernfalls wurden sehr heftige Androhungen ausgesprochen, so dass wir unter Angst und Anspannungen gearbeitet haben."

Auch die Ärztekammer Nordrhein kennt Beschwerden von Assistenz- und Oberärzten über den Chef der Station. Vor allem über die Art des Umgangs mit Kollegen seien häufig Klagen gekommen. "Wir haben versucht, zu vermitteln. Wir hatten den Eindruck, dass zumindest die ersten Versuche glücklich verlaufen sind", sagt Dr. Robert Schäfer, Geschäftsführender Arzt der Kammer.

Der Chefarzt selbst wiederum sieht sich laut Medienberichten als Oper einer Intrige, es gebe üble Feindseligkeiten ihm gegenüber.