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Sturm beschert Feuerwehr 70 Einsätze

Sturm beschert Feuerwehr 70 Einsätze

Umgestürzte Bäume und herabfallende Äste beschäftigen die Retter für Stunden.

Düsseldorf. Es waren zwei stürmische Tage für Düsseldorf — und für die Düsseldorfer Feuerwehr. Schon am Sonntag hatte Sturmtief „Burkhard“ die Stadt kräftig durchgepustet und für zahlreiche Einsätze gesorgt. Gestern startete der neue Sturmtag dann mit Orkanausläufer „Christian“ und um 8.03 Uhr mit einem Baum, der am Kaiser-Friedrich-Ring in Niederkassel auf den Gehweg gekippt war. Insgesamt rückten die Retter am Sonntag und gestern zu etwa 70 Wettereinsätzen aus.

Die einzigen Verletzten dabei waren am Sonntag zu beklagen: Eine umstürzende Plakatwand am Rather Kreuzweg traf zwei Fußgänger, die vom Rettungsdienst versorgt wurden und dann vorsorglich in eine Klinik gebracht wurden.

Das Gros der Einsätze gab es dann gestern, aber es blieb bei Sachschäden. Die allerdings verstreut über die gesamte Stadt: An der Bockumer Straße in Wittlaer kippte ein Baum um und fast auf ein Haus, am Krahkampweg in Flehe spaltete der Sturm eine Birke, an der Fehrbellinstraße beschädigte ein Ast ein geparktes Auto und an der Angermunder Straße kippte ein Baum auf eine Bushaltestelle.

Weitere Einsatzstellen wegen herabfallender Äste, loser Fassadenteile oder umgerissener Baustellengitter gab es von Brüsseler Straße bis Bonner Straße, Südallee bis Bergischer Landstraße.

Während der Wind wirbelte, stand das Riesenrad am Burgplatz gestern Morgen erst einmal still. „Ab Windstärke 7, also ab Böen mit 15 Metern pro Sekunde, müssen wir den Betrieb einstellen — das sagt der Tüv“, so Bernd Holzrichter, Sprecher des Riesenrad-Betreibers. Und der Sturm pfiff gestern Vormittag mit Böen von 20 bis 25 Metern pro Sekunde durch die Stadt — Windstärke 9 bis 10.

„Wir müssen die täglichen Wetterberichte abwarten, die Messgeräte vor Ort beobachten und von Fall zu Fall entscheiden, ob wir das Rad betreiben können“, sagt Holzrichter. Immerhin: Das ganze Riesenrad sei so konstruiert, dass es nicht umkippen könne — selbst bei Starkwind. Am Nachmittag wagten sich die ersten Mutigen dann auch gestern schon wieder in die schaukelnden Gondeln.

Auch Handwerkern und Fensterreinigern hat der Wind das Leben schwer gemacht. Bei Hubwagen etwa ist der Betrieb schon ab Windstärke 6 verboten. „Wir mussten Vermietungen am Montag schon absagen“, sagt ein Sicherheitsexperte beim Arbeitsbühnenverleih Gerken. „Zwar ist noch keine Bühne umgekippt, aber es kann bei viel Wind und Böen gefährlich werden.“

Das sah man auch in Flingern: Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage machte der kräftige Wind dem etwa 50 Meter hohen Gerüst am Turm der katholischen Liebfrauenkirche zu schaffen. „Schon in der letzten Woche wehte die Plane, die das Gerüst umhüllt, bedrohlich“, sagt Hans-Georg Norbisrath vom Kirchenvorstand.

Am Montag Morgen alarmierte er die zuständige Firma erneut. „Da waren Teile der Plane großflächig abgerissen. Sie können zwar keinen Menschen erschlagen; wenn sie auf der Windschutzscheibe von Autos landen, ist das aber gefährlich.“

Enttäuschungen hielt „Christian“ für Kinder bereit: Der Wildpark schloss vorsorglich. Abgesagt wurde die Abschlussveranstaltung vom Spielmobil „Knirps“, die heute stattfinden soll.