Studie zu vitalen Innenstädten: Düsseldorf verbessert sich

Innenstadt : Studie zu vitalen Innenstädten: Düsseldorf verbessert sich

Die Attraktivität der Stadt nimmt laut einer Befragung zu. Jedoch gibt es gerade für Fahrradfahrer Schwierigkeiten, die City zu erreichen.

Der typische Besucher der Düsseldorfer Innenstadt ist 38 Jahre alt, kommt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, bleibt mehr als zwei Stunden und das mindestens einmal pro Woche und ist – eine Frau. Das stellte eine bundesweit angelegte Befragung unter Organisation des Instituts für Handelsforschung in Köln fest, bei der etwa 60 000 Passanten in 116 Städten befragt wurden – 600 davon in Düsseldorf.

Die Studie „Vitale Innenstädte“ wurde 2018 bereits zum dritten Mal durchgeführt. Schon 2014 und 2016 gab es eine solche Befragung. Dabei ging es nicht nur darum, typische Besucher der Innenstädte festzustellen, sie wurden auch gefragt, zu welchem Zweck sie dort sind und wie sie den Trip in die City bewerten. Im Vergleich zur letzten Befragung hat sich das Ergebnis in Düsseldorf verbessert: auf eine Gesamtnote von 2,1.

Auch wenn dieses Ergebnis die Beteiligten zufrieden macht, liefert die Befragung auch gleich Hinweise, wo es Handlungsbedarf gibt: für den Handel selbst, aber auch für die Stadtplanung. Die Studie hat ergeben, dass die Düsseldorfer Innenstadt bei der Erreichbarkeit mit Bus und Bahn gut abschneidet – bei PKW und auch Fahrrad bekommt sie allerdings nur die Note 3.

Für Fahrradfahrer ist die Innenstadt nicht gut erreichbar

„Wir sehen hier, dass wir mit unseren Bemühungen für den Fahrradverkehr dringend weiter machen müssen“, sagt Cornelia Zuschke, Beigeordnete für Planen, Bauen, Mobilität und Grundstückswesen, die bei der Präsentation der Ergebnisse mit dabei war. Dennoch sehe man auch, dass sich die Besucher nicht auf ein Verkehrsmittel festlegen. So gebe es immer noch Radler, Nutzer der Öffentlichen Verkehrsmittel und Autofahrer – man müsse sich also auf alle einstellen, wenn man die Innenstadt attraktiv machen wolle.

Hauptgrund für Besucher der Innenstadt sei nach wie vor das Einkaufen – mit etwa 54 Prozent der Befragten. Ein Drittel komme auch wegen des Gastronomie-Angebotes in der Stadt. Auch das Kultur und Freizeitangebot locke viele an, genau wie einfaches Verweilen oder Sightseeing, das in Düsseldorf möglich ist. „Düsseldorf punktet klar mit der Kombi aus Geschäften und Gastronomie“, sagt Rainer Gallus, Geschäftsführer des Handelsverbands Nordrhein-Westfalen/Rheinland.

Warum die Besucher kommen – etwa nur, um gezielt etwas Bestimmtes zu kaufen oder auch zum Bummeln und Verweilen – gehört auch zu den Erkenntnissen, die für die Stadtplanung wichtig sein können. „Wenn viele das Kulturangebot mit einem Einkauf verbinden, kann das zum Beispiel bedeuten, dass man für Aufbewahrungsmöglichkeiten für die Einkäufe sorgen muss“, sagt Cornelia Zuschke. Auch für die Frage nach Park- und Radabstellplätzen könne wichtig sein. Bewegen sich die Besucher mit ihrem Fahrzeug durch die Stadt oder stellen sie es für mehrere Stunden an ein und derselben Stelle ab?

Insgesamt sehen die Beteiligten, dass eine gute Vernetzung aller, die mit der Attraktivität zu tun haben, wichtig ist. Wenn etwa das Kulturangebot der Museen Besucher anlockt, die dann auch noch einkaufen gehen, lohne sich das für beide. Durch den besseren Anschluss der Schadowstraße an den Rest der Innenstadt seit es den Tausendfüßler nicht mehr gibt, könne man zudem ein breiteres Einkaufspublikum ansprechen. Dass die Gesamtnote sich gebessert hat und das Angebot in Düsseldorf als gut bewertet wird, liege in den Augen des Handelsverbands auch daran.

Nachbessern wolle man nun bei der Erreichbarkeit mit dem Fahrrad und bei den Parkgelegenheiten. Außerdem sei vor allem unter jungen Leuten der Wunsch zutage getreten, auch in Sozialen Medien besser über Angebote informiert zu werden – im Vorfeld des Einkaufs. Auch da könnten die Händler aufholen.

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