Studie: Experten sagen 645000 Einwohner voraus

Studie: Experten sagen 645000 Einwohner voraus

Eine Studie sieht rund 60000 Zuzüge bis 2030. CDU will bremsen, Experte warnt vor Verkehrskollaps.

Düsseldorf. Dass Düsseldorf wächst, ist kein Geheimnis, die Marke 585.000 Einwohner ist geknackt, die 600.000 sind im Blick. Die Zahlen, welche nun aus einer Prognose der Bezirksregierung hervorgehen, eröffnen allerdings neue Dimensionen. Bis auf 645.000 Einwohner soll danach die Landeshauptstadt bis zum Jahre 2030 wachsen. Daraus ergibt sich die Frage: Wieviel Wachstum verträgt die Stadt?

Düsseldorf ist im Regierungsbezirk Spitzenreiter. Die Stadt wird voraussichtlich massiv an Einwohnern gewinnen, während fast alle andern verlieren - teils drastisch. Der Grund dafür sind nicht unterschiedlich hohe Geburtenraten, sondern Bevölkerungswanderungen. Zu Deutsch: Düsseldorf gewinnt die Einwohner, die andere verlieren. Einzig Köln kann mithalten.

Mit den Worten des Planungsausschuss-Vorsitzenden Alexander Fils (CDU): "Der Grund für das Wachstum ist unsere Attraktivität." Während Zehntausende hierher ziehen könnten, ist für Duisburg ein Minus von über 40.000 Einwohnern zwischen 2008 und 2030 vorhergesagt.

Allerdings sind für Fils diese Zahlen kein Wunschmodell: "Wir wollen die 645.000 nicht erreichen", sagte er am Mittwoch vor Journalisten. "Realistischer wären zwischen 620.000 und 625.000 Einwohner bis 2030."

Doch auch dann bleibt die Frage, wie die Stadt das verkraften kann. Die CDU erteilt zumindest großen Bauprojekten auf den verbleibenden Grünflächen eine Absage: "Es wird kein neues Einbrungen geben", so Fils.

Stadtforscher Volker Eichener betrachtet die Entwicklung mit gemischten Gefühlen: "Wenn Menschen von umliegenden Gemeinden nach Düsseldorf ziehen, ist das eine gute Entwicklung, weil es Pendlerströme verringert." Fraglich ist nur, wie genau die Umzugsbewegungen tatsächlich ablaufen, vermutlich werden viele Menschen aus weiteren Teilen des Landes herziehen. Friedrich Conzen (CDU) spricht von regionaler Zusammenarbeit, um diesen Strom aufzufangen.

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