Stresemannplatz: Großkreuzung wird grüne Lunge

Stresemannplatz: Großkreuzung wird grüne Lunge

Am Dienstag werden die ersten Autoreifen geliefert, in die Tita Giese 67 Yuccas aus Mexiko einsetzen wird. Am 26. April werden die "mittelamerikanischen Inseln" erstmals vollständig zu sehen sein.

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p class="text"><strong>Düsseldorf. Am 26. April wird der Stresemannplatz ein neuer Ort sein. Erstmals werden an diesem Tag um 22 Uhr Scheinwerfer den Verkehrsknotenpunkt anstrahlen und ein Projekt in Szene setzen, das die Urheberin, Tita Giese, schlicht "mittelamerikanische Inseln" nennt. Wie die WZ bereits berichtet hat, entstehen in den nächsten 16 Tagen mitten in der Stadt elf Inseln mit 67, bis zu 2,50 Meter hohen Yucca-Pflanzen. Am Dienstag geht es los, am Mittag werden die ersten Lastwagen erwartet, die zunächst die Autoreifen bringen, in die Giese die Pflanzen einsetzt.

"In Kolumbien wachsen Yuccas auf dem Mittelstreifen zwischen enorm viel Verkehr. Sie sind pechschwarz vor Schmutz, aber sie leben."

Die Yuccas sind aus Mexiko importiert worden und befinden sich bereits in München. "Dort werden sie eingewurzelt", erklärt Giese. Mit großen Hubwagen werden sie in der nächsten Woche angeliefert. "Die Pflanzen wachsen in der mexikanischen Hochebene, wo es im Sommer extrem heiß und im Winter bis zu minus 20 Grad kalt wird", sagt Giese. Sie werden nicht gegossen, nicht gedüngt und sind äußerst robust. Die Abgase, denen die Pflanzen durch das enorme Verkehrsaufkommen am Stresemannplatz ausgesetzt sind, seien kein Problem. "In Kolumbien wachsen Yuccas auf den Mittelstreifen großer Straßen", sagt Giese. "Dort sind sie pechschwarz vor lauter Schmutz, aber sie leben."

Ebenfalls in Mittelamerika hat Giese gesehen, dass die Menschen Autoreifen nutzen, um Straßen oder auch Pflanzungen zu umrahmen. "Die Reifen sind die Verbindung zur Straße, zum Stresemannplatz."

Wenn alles fertig ist, wird das Ensemble in gelbes Licht getaucht, die Yucca-Inseln aber mittels weißer Beleuchtung hervorgehoben. Der Stresemannplatz als Kunstobjekt? Das ist nicht im Sinne von Tita Giese. "Die Autos sind Realität, und die soll sein, wie sie ist."

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