Streik in Düsseldorf: Mittwoch stehen Busse und Bahnen still

Streik in Düsseldorf: Mittwoch stehen Busse und Bahnen still

Düsseldorf. Bei der Rheinbahn wird am Mittwoch weitestgehend Stillstand herrschen. Seit 3 Uhr in der Nacht und für 24 Stunden fahren keine U- und Straßenbahnen. Auf einigen Buslinien versuche man , Fahrten zu ermöglichen, kündigt das Verkehrsunternehmen an.

Voraussichtlich in gewohntem Takt, aber nicht nach Fahrplan unterwegs sind die Fahrzeuge der Linien O 5, O 6, O 14, O 19, SB 51, SB 56, 730, 746, 751, 770, 771, 785, 831 und 834. Über digitale Kanäle wie Facebook und Twitter will die Rheinbahn Kunden auf dem Laufenden halten, zudem ist die Servicehotline 01806-50 40 30 freigeschaltet. S-Bahnen und Regionalzüge der Eisenbahnunternehmen sind planmäßig unterwegs.

Foto: Gabi Kowalczik

Strammen Schrittes geht Hans Traut auf den Eingang des Straßenverkehrsamtes am Höherweg zu, Nummernschilder hat er sich unter den Arm geklemmt. Doch aus seinem Plan, ein Auto abzumelden, wird nichts, da hilft auch Rütteln nichts. Die Tür des Straßenverkehrsamtes bleibt geschlossen. Es wird gestreikt.

Der Streik im öffentlichen Dienst trifft Düsseldorf am Dienstag vor allem im Hinblick auf städtische Einrichtungen. Insgesamt legen laut Verdi in Düsseldorf 2400 Beschäftige die Arbeit nieder. Müll wird zum Teil nicht abtransportiert. Die Kindertagesstätten Aldekerkstraße und Stahlwerkstraße bleiben zu, in 28 weiteren läuft der Betrieb nur eingeschränkt. 279 Angestellte des Jugendamtes schließen sich dem Warnstreik an, davon 176 Mitarbeiter von Kindertagesstätten.

Der Wildpark in Grafenberg und das Bauaktenarchiv sind ebenfalls geschlossen. In allen Schwimmbädern bleibt das Licht aus, auch bei den Stadtwerken und der Awista-Verwaltung sind die Türen verschlossen. Rote Schilder weisen auf den Streik hin. Fast überall ist es ruhig, lange Schlangen vor den Türen gibt es nicht. Die meisten Bürger scheinen Bescheid zu wissen, nur vor dem Straßenverkehrsamt irrt der ein oder andere überrascht umher. So wie eben auch Hans Traut, der vorher nichts vom angekündigten Streik mitbekommen hat. Und sauer ist: „Ich habe da überhaupt kein Verständnis für, dass nicht zumindest ein Notbetrieb eingerichtet wird. Das Ganze auf dem Rücken der Bürger auszutragen, ist doch nicht fair.“

Ähnlich sieht es Tarek Kabaski, der ebenfalls beim Straßenverkehrsamt vor verschlossener Tür wieder umkehren muss. Dass Menschen für eine bessere Bezahlung auf die Straße gehen, findet er zwar gut. „Aber wir haben ja auch Dinge zu erledigen und Fristen einzuhalten. Ein Notdienst wäre gerade in Ämtern schon gut“, sagt der 31-Jährige.

In den Bürgerbüros und im Dienstleistungszentrum sowie in der Zentralbibliothek läuft der Betrieb, wenn zum Teil auch eingeschränkt. Auch im Jobcenter an der Luisenstraße wird gearbeitet. „Ein paar Mitarbeiter streiken, der Rest ist da. Der Betrieb kann normal laufen“, sagt Servicemitarbeiter Ali Akgün und kündigt an: „Das wird am Mittwoch auch so sein.“

Die Schulpflicht ist durch den Ausfall der Straßenbahnen übrigens nicht aufgehoben. Allerdings weist etwa das Görres-Gymnasium darauf hin, dass Eltern ihrem Kind eine Entschuldigung schreiben können, wenn sie es nicht zur Schule bringen können.

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