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Streik an der Uniklinik Düsseldorf: Es gibt ein Defizit bei der Versorgung

Streik an der Uniklinik Düsseldorf: Es gibt ein Defizit bei der Versorgung

Trotz des laufenden Schlichtungsverfahrens kamen Vertreter der Uni und von Verdi in den Gesundheitsausschuss der Stadt.

Düsseldorf. Wie steht es um die medizinische Versorgung der Bürger nach elf Wochen Streik des Uniklinik-Personals? Das wollte Andreas-Paul Stieber (CDU) in seiner Funktion als Vorsitzender im Gesundheitsausschuss wissen und hatte dazu Vertreter der Streik-Kontrahenten eingeladen. Das hatte die Ampel-Koalition (SPD, Grüne, FDP) scharf kritisiert: Die Einladung torpediere die bis morgen laufende Schlichtung. Stieber machte die Einladung ins Rathaus nicht rückgängig. Und so sprachen am Mittwoch Verdi- und Uniklinik-Vertreter im Rathaus-Plenarsaal.

Den Anfang machte Wolfgang Cremer für die Gewerkschaft Verdi. Zu den laufenden Schlichtungsgesprächen werde allerdings bis Donnerstag - wie vereinbart - geschwiegen. Zur Ausgangsfrage der medizinischen Versorgung sagt er: „Ein Streik in einem Krankenhaus ist immer ein Ausnahmezustand.“ Deshalb würden von Anfang an Notdienstleistungen vereinbart. Cremer: „Wenn etwas passiert, meldet sich der Arbeitgeber bei den Streikenden und es wird minutenschnell entschieden, wer wieder in die Klinik hineingeht.“

Clemens kritisiert die Entwicklung in den Kliniken, in denen es seit Jahren nur um Gewinne gehe. Für bessere Arbeitsbedingungen an der Uniklinik und damit für eine gute Versorgung der Bürger sei jedoch die Politik zuständig. Deshalb übergab Clemens CDU-Mann Stieber ein Paket mit 5537 von bisher 15 000 gesammelten Unterschriften von Betroffenen und Bürgern, die sich mit den Streikenden solidarisiert haben. Abzugeben bei der NRW-Landesregierung.

Für die Uniklinik, als Arbeitgeber, berichteten Professor Wolfram Knoefel und Michael Bernhard, Leiter der Zentralen Notaufnahme, von der Situation. Aktuell könne man nur 650 von 1150 Betten an der Uniklinik belegen. Trotz Umschichtungen. Man habe ein Versorgungsdefizit, „quantitativ aber nicht qualitativ“, sagt Knoefel. Man wünsche sich, dass dieser Konflikt bald beendet werden könne, „möglichst mit besseren Voraussetzungen.“