Straßenkunst mit Humor

Straßenkunst mit Humor

Street Art prägt die Stadt immer mehr. Die Künstler beweisen oft ein gutes Gespür für eine Pointe. Einige Beispiele für Straßenkunst mit Witz.

Bildende Kunst ist ja meist eine ernste Angelegenheit. Der Witz hatte es in ihrer Geschichte nie leicht, höchstens ansatzweise, unterschwellig spielte er eine Rolle. Ganz anders ist das in der Street Art, die die Stadt zurzeit immer bunter macht. Hier darf gerne und oft geschmunzelt werden, tiefgründig oder auch mal ganz vordergründig.

„Humor ist neben Sozialkritik und Gefühlsduselei eine der drei Säulen, auf denen meine Kunst aufbaut“, sagt L.E.T., der seit Anfang der 90er Jahre seine Bilder in der Stadt plakatiert. Und er erinnert an Banksy, den bekanntesten Vertreter der Street-Art-Szene, in dessen Werk der Humor (oft tiefschwarz und satirisch) eine noch wichtigere Rolle spielt.

Und obwohl Banksy mittlerweile Millionen verdient und auch der Rest der Szene immer öfter in Galerien vertreten ist, ist das mit dem Humor laut L.E.T. dennoch ein Risiko. „Kritikern gegenüber macht man sich angreifbar, Humor und Kunst passt da für viele nicht zusammen.“ Und wenn es nur ums Verkaufen ginge, dann müsse er vor allem gefühlige Bilder machen. „Mal ein Mädchen, das ein Herz malt, und es wird gekauft.“

Die Pointe eines Street-Art-Werks besteht oft darin, dass es den Straßenraum miteinbezieht. Beispiel: Ein Einbahnstraßenschild in der Carlstadt dient als Kulisse für eine Barszene, die der unbekannte Künstler mit drei aufgeklebten Figuren mit lässiger Haltung hergestellt hat. Berühmt ist etwa das Banksy-Werk zu einem an einer Häuserwand hängenden Graffiti-Verbotsschild mit durchgestrichener Spraydose. Banksy sprühte einen Jungen, der sich auf den Rücken eines anderen stellt, und nach der Dose greift. „Das sind oft die besten Ideen, die Elemente der realen Umgebung aufnehmen“, sagt L.E.T.

Überhaupt lebe Street Art oft von ihrer Eingängigkeit, davon, dass mit einer einfachen Idee Sinnzusammenhänge „auf links gedreht werden“. Ein Beispiel in Düsseldorf dafür liefert etwa auch Klaus Klinger, der seit 40 Jahren vor allem mit großen, sozialkritischen Wandbildern auf sich aufmerksam macht. In seiner „Bad Bank“ an der Ackerstraße im Lego-Look raubt der Bankangestellte mit vorgehaltener Pistole einen Passanten aus. So fiel vor rund zehn Jahren Klingers pointierter Kommentar zur Weltwirtschaftskrise aus.

Weitere Beispiel für Street-Art mit Humor finden Sie auf dieser Bilderseite.

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