Straßenbahn-Unfall: Warn-Gong für die ganze Straße

Straßenbahn-Unfall: Warn-Gong für die ganze Straße

Erste Maßnahmen an der Kölner Landstraße.

Düsseldorf. Nach dem schweren Straßenbahnunfall auf der Kölner Landstraße am vergangenen Mittwoch ist die 54-jährige Frau offenbar außer Lebensgefahr. Sie wurde von der Intensiv- auf eine normale Station verlegt.

Ihr 45 Jahre alter Verlobter war ums Leben gekommen, als das Paar gegen 16.30 Uhr die Gleise an der Einmündung Hinter den Höfen überquerte und vor eine Bahn der Linie U77 lief.

Der 52-jährige Fahrer der Bahn wird jetzt zur Vernehmung vorgeladen. Auch haben sich laut Polizei ausreichend Zeugen gemeldet, die jetzt vernommen werden sollen. Zudem wurde ein so genannter Phasenplan beantragt. Er soll zeigen, ob die Lichtsignale entlang der Kölner Landstraße funktionierten und korrekt geschaltet waren. Bisher gibt es aber offenbar weder Anzeichen für ein Versäumnis des Fahrers noch für technische Mängel.

Am Dienstag hat sich die Unfallkommission aus Stadt, Bezirksregierung, Rheinbahn und Polizei in einer Sondersitzung mit dem Unfall beschäftigt. Dabei wurden bereits einzelne Maßnahmen beschlossen.

"Wir wollen entlang der gesamten Kölner Landstraße vom Werstener Kreuz bis zur Bonner Straße zusätzlich zu den Blinklichtern einen Gong als akustisches Signal", berichtet Roland Hahn vom Amt für Verkehrsmanagement. Dieser Pilotversuch soll bis zum Ende des Jahres beobachtet und begleitet werden - dann soll der Kommission berichtet werden.

Prüfen will Hahn zudem, ob man die Fläche für Fußgänger an mehreren Übergängen verbreitern und rot-weiße Umlaufgitter installieren kann. Eine weitere Überlegung ist, den Gleisbereich in einer Signalfarbe zu streichen. Zudem planen die Mitglieder der Unfallkommission für das Frühjahr einen großen Aktionstag an der Kölner Landstraße, bei dem sie über die Risiken an den Schienen aufklären wollen. Hahn: "Wir müssen alle Möglichkeiten ausschöpfen."

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