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Stern-Verlag in Düsseldorf wird zum Teil abgerissen

Neubau : Stern-Verlag in Düsseldorf wird zum Teil abgerissen

Der Sternverlag in Düsseldorf wird zum Teil abgerissen. Der Bauantrag für Hotelneubau an der Friedrichstraße in liegt vor.

Am 31. März 2016 war der letzte Verkaufstag im Stern-Verlag an der Friedrichstraße 24-26. Nach mehr als 100-jähriger Firmengeschichte musste die Lieblingsbuchhandlung der Düsseldorfer, aber auch vieler Kunden aus der Region, schließen. Seitdem stehen die Geschäftsräume der einst größten Buchhandlung Deutschlands leer. Im Sommer 2017 wurde schließlich bekannt, dass die Hotelkette Motel One auf dem Grundstück des Stern-Verlag-Hauses ein neues Haus bauen möchte. Nach mehr als drei Jahren, in den viele Anlieger sich fragten, wann endlich etwas passiert, tut sich etwas.

In einer Sondersitzung der Bezirksvertretung 3 (u.a. für Unterbilk und Friedrichstadt zuständig) am Donnerstag, 13. Juni, ab 17 Uhr im Bürgersaal an der Bachstraße kommt eben jener Bauantrag für ein neues Hotel auf die Tagesordnung. Die Stadtteilpolitiker können dann beraten und Empfehlungen geben. Da Hotelbauten laut Verwaltungsmeinung eine überbezirkliche Bedeutung haben, soll allerdings der Planungsausschuss am 19. Juni abschließend entscheiden.

Noch heute stehen im einst so beliebten Ladenlokal im Erdgeschoss alte Bücher- und Zeitschriftenregale. Vielleicht bleiben sie ja zur Erinnerung an die Historie des Standortes Teil der neuen Innenausstattung. Denn im Bauantrag für den Neubau steht, dass lediglich das Unter- und das Erdgeschoss im Haus Friedrichstraße 26 erhalten bleiben soll.

Der Rest der heutigen Bebauung soll abgebrochen werden. Geplant ist der Bau eines großen Hotel Garni mit 261 Gästezimmern und damit 522 Betten auf sieben Etagen. Im Innenhof Richtung Talstraße ist ein dreigeschossiges Haus geplant. Das Gebäude an der Talstraße 6, das ebenfalls zum ehemaligen Stern-Verlag-Grundstück gehört, hat sechs Etagen und soll im Bereich des Erdgeschosses über die Innenhof-Bebauung barrierefrei angebunden werden.

Der Investor will zudem eine Tiefgarage für das Hotel bauen. Die Planung sieht hier die Einfahrt an der Talstraße vor, da die Friedrichstraße auf diesem Teilstück ab 2020 verkehrsberuhigt umgebaut werden soll. Mit 31 Stellplätzen für Pkw fällt die Garage jedoch recht klein aus. Eigentlich wären für die Größe des Projektes mehr als 70 Plätze erforderlich. Das könnte ein Kritikpunkt der Stadtteilpolitiker werden. Sie dürften auch einmal mehr anmerken, dass aus ihrer Sicht grundsätzlich zu viele Hotels in Innenstadtnähe gebaut werden. Andererseits ist nun neben der geplanten Eröffnung des Bürohauses Fürst & Friedrich an der Ecke zum Fürstenwall eine weitere Entwicklung der Friedrichstraße in Sicht. Allerdings gibt auch aktuell wieder ein Parfümerie-Filialist seinen Standort gleich vis-à-vis des ehemaligen Stern-Verlages auf.