Stadtwerke Düsseldorf mit 14,5 Prozent weniger Gewinn

Geschäftsbericht : Stadtwerke: 14,5 Prozent weniger Gewinn

Vorstand ist mit Ergebnis 2018 dennoch zufrieden und kündigt mehr Kooperationen in allen Sektoren an.

Gemessen an der schwierigen Situation der Energiebranche insgesamt und den düsteren Szenarien, die Experten seit Jahren im Angesicht von Energiewende und Digitalisierung für viele Stadtwerke zeichnen, sind die aktuellen Ergebnisse und Zahlen der Stadtwerke Düsseldorf recht gut. Gemessen an den eigenen Abschlüssen früherer Jahren indes nur solide. Finanz-Vorstand Hans-Günther Meier kommentiert den am Freitag vorgelegten Jahresabschluss 2018 so: „Wir hatten operativ ein gutes Jahr. Bereinigt um Sondereffekte konnten wir unseren positiven Ergebnistrend aus  2017 fortsetzen.“

Gleichwohl sind manche Kernzahlen nicht so toll. Blieb der Umsatz fast unverändert (1,97 Milliarden Euro), ging der Gewinn um rund 14,5 Prozent zurück (von 89,8 auf 76,8 Millionen Euro). Und auch die entsprechende Umsatzrendite von etwa 3,6 Prozent ist nicht berühmt. EnBW, Hauptanteilseigner der Stadtwerke mit knapp 55 Prozent (25 Prozent hält noch die Stadt Düsseldorf, 20 % die GEW Köln), schaffte 2018 zum Beispiel eine Umsatzrendite von rund zehn Prozent. Deutlich ist auch das Minus von rund 11 Prozent beim Stromverkauf der Stadtwerke gegenüber 2017, während der Absatz von Gas und Fernwärme stabil blieb.

Um auch in der etwas ferneren Zukunft noch stabil dazustehen, arbeiten die Stadtwerke an einem strategisches Zielbild bis 2030. Dabei gebe es durchaus so etwas wie eine Rückbesinnung auf die alten Tage in der Gründerzeit des letzten Drittels des 19. Jahrhunderts, als es um den Aufbau von Trinkwasser-Versorgung und Elektrifizierung in Düsseldorf ging, sagt der spätestens 2020 scheidende Vorstandsvorsitzende Udo Brockmeier: „Die Energiewende und der Klimaschutz sowie die damit einhergehenden Anforderungen führen uns zurück zu unseren Wurzeln: Unsere Aufgabe ist es damals wie heute, die Lebensqualität einer wachsenden Stadt und ihrer Bürger zu verbessern.“

Um freilich die Erträge zu halten, müsse man effizienter werden, neue Produkte und Geschäftsmodelle entwickeln und vor allem weitere Kooperationen aufbauen, sagt Brockmeier: „Die Bedeutung der Sektorenkopplung in den Bereichen Abfall, Strom, Wärme und Verkehr wächst.“ Dies gelte besonders für die Zukunftstechnik Wasserstoff, für deren Nutzung es bereits eine weitreichende Planung gebe. So bewerben sich die Stadtwerke Düsseldorf und Wuppertal mit den Städten Düsseldorf, Wuppertal, Duisburg und  dem Rhein-Kreis Neuss  beim Förderwettbewerb „Modellregion Wasserstoffmobilität NRW“ des Landes.

Längst wildern die Stadtwerke zudem auch im Verkehrssektor: So arbeiten sie mit der Stadt an zwei Mobilitätsstationen und einer digitalen Plattform. Ziel ist die Etablierung ganzheitlicher Mobilitätsangebote.

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