Stadtbezirk 1: Baustellen–Es geht langsam voran

Stadtbezirk 1: Baustellen–Es geht langsam voran

Große Bauvorhaben und kleinere Projekte bestimmen das Jahr 2010.

Düsseldorf. Es gibt größere und einwohnerstärkere Stadtbezirke - aber was sich in der Altstadt und den Stadtteilen drumherum abspielt, hat oft überragende Bedeutung fürs ganze Stadtgefüge. Natürlich spielen Bauprojekte dabei eine besondere Rolle, es gibt aber auch kleinere Vorhaben, die für die Menschen vor Ort wichtig sind. Im Gespräch mit Sabine Schmidt, der Bezirksvorsteherin im Stadtbezirk 1, wirft die WZ einen Blick voraus ins Jahr 2010.

Kö-Bogen Der Bauantrag für das Jahrhundert-Projekt Kö-Bogen ist gestellt, mit dem Bau von zwei Ensembles des Architekten Daniel Libeskind kann im nächsten Jahr begonnen werden. Erste sichtbare Zeichen der Veränderung hat es bereits gegeben: Bushaltestellen sind vom Jan-Wellem-Platz an die Heinrich-Heine-Allee und Berliner Allee verlegt worden. 2010 werden Leitungen und Schienen verrückt, die Straßenbahnen fahren allerdings während der gesamten Bauphase weiter. "Im ersten Halbjahr werden wir die Bauvoranfrage auf den Tisch bekommen", sagt Sabine Schmidt.

Wehrhahn-Linie/Baustellen Bis Ende 2010/Anfang 2011 werde das "oberirdische Chaos" wohl verschwunden sein und der Verkehr wieder normal fließen, wenn die Bahnhöfe fertig sind und die Schildvortriebsmaschine die Tunnel ins Erdreich treibt. Sabine Schmidt wohnt selbst am Wehrhahn: "Man gewöhnt sich an die Baustellen. Aber ich habe auch den Eindruck, dass es insgesamt zu langsam vorangeht." Nach ihrer Kenntnis hat bisher eine Autovermietung aufgegeben, die am Wehrhahn angesiedelt war. Die meisten Geschäftsinhaber wollten aber durchhalten. Aus der Schadowstraße könnte eine Fußgängerzone werden, aber: "Die eine Hälfte der Händler ist dafür, die andere dagegen."

Verkehr Altstadt Durch das Andreasquartier (Baubeginn ab Sommer 2010), ein 300-Millionen-Euro-Vorhaben auf dem Gelände des jetzigen Amts- und Landgerichts mit Wohnungen, Büros, Gastronomie und Handel samt Tiefgarage mit 1100 Plätzen, befürchtet die Bezirksvorsteherin kein zusätzliches Verkehrschaos. "Es wird tagsüber keinen Durchgangsverkehr geben, die Anwohner fahren nur morgens und abends. Man könnte überlegen, die Ratinger Straße tagsüber zur Fußgängerzone zu machen, indem man elektrische Wechsel-Verkehrszeichen aufstellt." Gleiches sei für die Mühlenstraße vorstellbar. "Hier kommen die Parkplätze weg und damit entfällt der Parkplatz-Suchverkehr." Durch die Streichung des Taxiplatzes Ratinger Straße sei in der Altstadt schon eine Verbesserung erreicht worden ebenso wie durch die Möglichkeit, von der Mühlenstraße links auf die Heine-Allee abbiegen zu können. Im Januar erwartet Schmidt die Pläne für die Oberflächengestaltung in der Altstadt, wo es um Radwege und die Verkehrsführung geht.

Wohnen/Soziales Wohnen am Schlachthof: Das wird ein Thema werden im Zuge des FH-Baus. "Mit 200 Wohnungen kommt man da nicht hin", meint Schmidt. Das müsse der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) zusammen mit der Fachhochschule bei seinen Plänen berücksichtigen. Mit dem Investor für die Wohnungen im ehemaligen Theresienhospital wolle man sich im Januar zusammensetzen. Für geförderten Wohnungsbau fehlten die Investoren, sagt Schmidt; doch das Wohnungsamt solle einen Plan erstellen, wo es im Bezirk Chancen dafür gebe.

Zum dritten Familienzentrum wird das Zitty (Klosterstraße) gerade umgebaut. "Das Thema Integration ist da ganz wichtig, zusammen mit der St. Benediktus-Hauptschule und ihrer engagierten Leitung werden sehr gute Hilfsangebote gemacht", sagt Sabine Schmidt. Sozialarbeit für Kinder bis hin zu Senioren stehe im Vordergrund in den beiden anderen Zentren in Derendorf und der Altstadt: "Beim Sozialen werden wir auch 2010 keine Abstriche machen", verspricht die Bezirksvorsteherin.

Unter dem Vagedesplatz und auch unter dem Golzheimer Platz wünscht sie sich Quartiersgaragen, es gebe in der Umgebung sehr viele Seitenstraßen und entsprechenden Parkplatz-Suchverkehr. Sehr am Herzen liegt Sabine Schmidt die Roßstraße: "Da müssen breitere Bürgersteige und Radwege angelegt werden."

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