Stadt setzt auf Radstreifen an den Hauptstraßen

Stadt setzt auf Radstreifen an den Hauptstraßen

Auch über bauliche Abgrenzungen denkt die Stadt nach. Im Bestand gibt es jedoch noch viele klassische Radwege neben Gehwegen. Ein Relikt aus alten politischen Zeiten.

Der wachsenden Zahl von Radlern in der Stadt will die Stadt seit 2015 mit dem Ausbau eines 300 Kilometer langen Hauptnetzes gerecht werden. Das formulierte Ziel: „leicht erkennbare Hauptverbindungen innerhalb der Stadt, die möglichst keine Umwege erfordern“. So soll auch der Anteil von Radfahrern im Straßenverkehr von 15 auf 25 Prozent erhöht werden.

Auch wenn Lerke Tyra vom ADFC die Geschwindigkeit des Ausbaus zurecht kritisiert und die leichte Erkennbarkeit der Wege noch vermisst, es hat sich viel getan bei Politik und Verwaltung in Düsseldorf. Während Joachim Erwin als eine seiner ersten OB-Taten den Radweg auf der Luegallee entfernte, ist sich die Stadtspitze heute bewusst, wie wichtig der Ausbau des Radverkehrs ist. Die Stichworte sind drohende Fahrverbote aufgrund von Autoabgasen und mehr und mehr Staus.

Vor allem eines hat sich geändert. Radwege sollen schnell ans Ziel führen, deshalb werden sie nun auch auf Hauptverkehrsstraßen angelegt. Noch vor wenigen Jahren war das angesichts zahlreicher Anhänger der autogerechten Stadt auf politischer Entscheidungsebene undenkbar.

Bei der Umsetzung setzt die Stadt nun zunehmend auf Radfahrstreifen (siehe Infobox), auf der Friedrichstraße etwa. Stadtsprecher Volker Paulat betont: „Diese Elemente sind optimal, weil permanent gegenseitige Sichtbeziehungen zwischen Kfz- und Radverkehr bestehen und so die Unfallgefahr minimiert wird. Zum anderen besteht eine klare Trennung des Radverkehrs zum Fußverkehr. Auch das ist wichtig, um Unfälle zu vermeiden.“ Zumal mehr und mehr Radler durch bessere Technik immer schneller unterwegs sind, ebenso wie Pedelecs.

Neu sind Überlegungen bei der Stadt, diese Streifen auch baulich abzugrenzen, wie das etwa in den USA, Kopenhagen und den Niederlanden der Fall ist. „Die Diskussionen werden gerade geführt“, sagt Paulat. Auch wenn es laut Stadt bei Abgrenzungen etwa mit einem Bordstein mehr um „gefühlte Sicherheit“ gehe, als dass sie tatsächlich geringere Unfallzahlen zur Folge hätten.

Bei allem Wunsch nach Modernisierung — viele Radwege im Bestand verlaufen weiterhin direkt neben Gehwegen. Solange sie nicht Teil des Radhauptnetzes sind, wird sich dort wohl auch nicht mehr viel ändern. Modernisierungen wird es hier laut Stadt nur „im Einzelfall“ geben. „Häufig lässt hier auch der Straßenquerschnitt keine Alternative zu“, sagt Paulat.

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