Stadt schützt sich vor Hochwasser

Stadt schützt sich vor Hochwasser

In der Altstadt und in Hamm werden die Schutztore geschlossen. Am Löricker Freibad wurde der Bau eines neuen Beckens gestoppt.

Eine Situation wie diese erleben Kristian Lütz und seine Kollegen vom Stadtentwässerungsbetrieb nur alle fünf bis zehn Jahre. Die Herren trafen sich am Morgen am Hafenbecken in der Altstadt, weil dort das Schutztor zum Unteren Rheinwerft errichtet wurde. Zunächst wurden Balken an die Brücke gelehnt, dann Querbalken davor errichtet. So schützt sich die Stadt immer dann, wenn der Pegel wahrscheinlich über die Acht-Meter—Marke geht. Dies ist für morgen vorhergesagt, dann wird das Untere Rheinwerft auch für Spaziergänger gesperrt.

Foto: Bädergesellschaft/S. Lepke

Das Hochwasser war gestern an vielen Orten in der Stadt ein Thema: In Lörick stoppte die Bädergesellschaft die Arbeiten an einem neuen Becken, weil das Wasser des Rheins droht, die Baustelle zu erreichen. Die Grube wurde vorsichtshalber verhüllt. Die Busse der Linie 788 nehmen im Moment eine Umleitung, weil der Baumberger Weg zwischen Urdenbach und Monheim gesperrt ist. Und das Schiff „Allegra“, das eigentlich dauerhaft vor Anker liegt, wurde gestern in Sicherheit gebracht.

Parallel zum Tor in der Altstadt wurde auch die Schutzvorrichtung in Hamm an der Fährstraße aufgebaut. Darüber hinaus entstand an der Theodor-Heuss-Brücke eine Stromleitwand. Sie ist zwar wasserdurchlässig, verhindert aber, dass Baumstämme und ähnliches in den Yachthafen gelangen. Dort liegen wegen der Messe boot viele teure Schiffe, die beschädigt werden könnten.

Nun beobachten die Wasserexperten den Pegel erst einmal. Die 7,80 Meter, die gestern Abend erreicht wurden, bedeuten, dass Schiffe nur noch in der Mitte des Rheins fahren dürfen und langsamer unterwegs sein müssen. Die nächste markante Höhe liegt bei 8,80 Meter, dann muss der Schiffsverkehr eingestellt werden. Bei solch einem Pegelstand werden auch weitere Tore geschlossen, etwa am Kaiserswerther Markt oder am Hafen in Heerdt.

Kritisch wird es ab zehn Metern: Dann reicht in Himmelgeist der Hochwasserschutz nicht mehr aus. Dann müssten Sandsäcke in den Düsseldorfer Süden gebracht werden. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk haben vorsorglich 400 Tonnen Sand umgefüllt. Aktuell wird ein solcher Wert nicht vorhergesagt, die Prognosen sind aber ähnlich wie beim Wetter nur für zwei bis drei Tage wirklich belastbar. che

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