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Stadt Düsseldorf richtet 25 neue Anwohnerparkgebiete ein

Verkehr : Stadt schafft 25 neue Parkgebiete – die Anwohner werden privilegiert

Auch in Düsseltal, Flingern, Bilk oder Kaiserswerth sollen Anwohner vor Fremdparkern geschützt werden. Ein Grundproblem bleibt aber bestehen.

31 Bewohnerparkgebiete gibt es in Düsseldorf, nun sollen 25 weitere hinzukommen. Schon vor einem Jahr hatte die Stadt dies angekündigt, aber erst jetzt legt Verkehrsdezernentin Cornelia Zuschke ein konkretes Eckpunktepapier vor. Anders als im April 2019 nach einem Vorstoß von OB Geisel noch heiß diskutiert, ist jetzt von nächtlichen Parkgebühren keine Rede. Im Kern geht es im „Parkraumbewirtschaftungskonzept“ freilich weiterhin darum, mehr Anwohner in mehr Stadtteilen über einen Anwohnerparkausweis zu privilegieren und auf der anderen Seite „Fremdparkern“ (wie vor allem Berufspendlern) das Leben schwerer zu machen, genauer gesagt: teurer. Statt einfach ungestraft in Wohngebieten, sollen sie mehr auf Firmenparkplätzen oder in privaten Parkhäusern ihr Auto abstellen. Oder noch besser: auf den ÖPNV umsteigen.

Zur Umsetzung muss die Stadt 400 Parkautomaten aufstellen

Priorität noch in diesem Jahr soll die Einführung von Bewohnerparkregelungen in den Stadtteilen Golzheim (Reeser-, Golzheimer Platz), Düsseltal (Schillerplatz, List-, Windscheid-, Ahnfeldstraße) und Oberbilk (Hauptbahnhof-Ost, Lessingplatz) haben aufgrund des dort besonders hohen Parkdrucks. In den genannten Gebieten muss man ein Parkticket ziehen oder man beantragt einen Anwohnerparkausweis für 30 Euro im Jahr (online: 25 Euro). Das Gleiche wird dann in der Folge für Bewohnerparkgebiete in Flingern (Hermannplatz, Gerresheimer Straße) und im Linksrheinischen (Hansaallee, Niederkasseler-, Schanzenstraße) gelten.

Zur Umsetzung muss die Stadt rund 400 neue Parkscheinautomaten (Kosten: zwei Millionen Euro) aufstellen. Und natürlich zusätzliches Personal finden und einstellen – sowohl an „Hipos“ im Ordnungamt als auch an Sachbearbeitern in den Bürgerbüros, wo die Bewohnerausweise ausgestellt werden.

Daneben werden Gebiete eingerichtet, wo jeder zwei Stunden am Stück parken kann, wenn man eine Parkscheibe hinter die Windschutzscheibe legt. Das betrifft insbesondere den Stadtteil Grafenberg, in Kaiserswerth den Klemensplatz, zwei Straßen in Lohausen, den Lichtenbroicher Weg in Flughafennähe, gleich sechs Areale in Bilk und im Süden die Urdenbacher Allee mit dem Benrather Krankenhaus.

In vielen Quartieren gibt es zu wenig Parkplätze

Zuschke begründet die Ausweitung  der Parkraumbewirtschaftung in ihrer Vorlage mit der Verbesserung der Situation für die Anwohner.  Martin Volkenrath (SPD), der Vorsitzende des Verkehrsausschusses, begrüßt dies: „Es geht nicht darum, die Stadtkasse zu füllen, sondern den Anliegern zu helfen und das wird bei denen auch gut ankommen.“ Im Großen und Ganzen ist auch die CDU-Opposition mit dem Konzept einverstanden: „Es ergibt natürlich Sinn, den knappen Parkraum den Menschen zu überlassen, die im Quartier wohnen“, sagt Verkehrsexperte Andreas Hartnigk. Das Grundproblem jedoch sei in den Gründervierteln rings um das Zentrum, dass es schlicht zu wenig Parkplätze gibt. Hartnigk: „Und nun verbietet die Ampel auch noch das Gehwegparken oder will weniger verbindlich anzulegende Parkplätze bei neuen Wohnhäusern.“

Sein Parteifreund Christian Rütz wundert sich, dass in der Vorlage einige wichtige Punkte nicht geklärt werden: „Zum Beispiel die, ob man ohne Bewohnerparkausweis nun wirklich 24 Stunden, also auch nachts, bezahlen muss.“ Desweiteren fragt Rütz nach der Höhe der Parktarife in den neuen Zonen. Diese und weitere Details werden nun zunächst die Bezirksvertretungen beraten. Schon jetzt ist klar, dass es dort so manchen Wunsch nach weiteren Bewohnerparkzonen geben wird. Zum Beispiel für das Umfeld großer Arbeitgeber (wie beim Flughafen), also zum Beispiel rings um das Daimler-Werk in Derendorf oder die Kaiserswerther Diakonie.