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Stadt Düsseldorf gibt 60 Sporthallen für Vereine frei

Sport : Sport erholt sich von Corona-Folgen: 60 Hallen öffnen wieder

Unter Auflagen ist nun Hallensport wieder möglich. Draußen hoffen die Vereine auf normale Wettkämpfe nach den Ferien.

Ganz besonders unter den Verboten und Beschränkungen aufgrund der Corona-Schutzverordnung zu leiden hatte in Düsseldorf der Sport. Außer den Fortuna-Profis und einigen Tischtennisassen von Borussia durfte wochenlang kein Einzel- oder Mannschaftssportler trainieren, jetzt beginnen ganz allmählich wieder der Trainings- und Wettkampfbetrieb. „Dennoch ist der organisierte Sport sehr unaufgeregt mit dem Lockdown umgegangen“, lobte der für Sport zuständige Stadtdirektor Burkhard Hintzsche am Mittwoch im Fachausschuss die überwiegend ehrenamtlich in den Vereinen arbeitenden Sportler. Ab Donnerstag bekommt der Sport aber nun einen großen Schub: 60 Schulturnhallen werden zunächst bis zum Ferienbeginn für den Vereinssport freigegeben. Für die Sommerferien folge noch eine gesonderte Regelung, teilte die Stadt am Mittwoch mit.

Eine Übersicht der Turn- und Sporthallen sowie Gymnastikräume, die ab 4. Juni wieder genutzt werden können, veröffentlicht der Stadtsportbund; das Schulverwaltungsamt sorgt für eine fortlaufende Aktualisierung. Allerdings gelten in den Hallen strenge Hygiene- und Infektionsbestimmungen, weshalb auf die Sportvereine eine besondere Verantwortung zukommt. Hintzsche ist aber optimistisch, dass dies kein Problem wird: „Es geht um individuelle Verantwortungsübernahme. Und die ist in Sportvereinen in aller Regel eine Selbstverständlichkeit. Im Gegensatz zu manchen Vorkommnissen, die am Wochenende in der Altstadt zu beobachten waren.“

In den Hallen gelten unter anderem folgende Regeln: Im Gegensatz zum Sport im Freien dürfen nur kontaktlose Trainingsübungen durchgeführt werden, der Mindestabstand von 1,50 Meter zwischen den Teilnehmern ist immer zu beachten. Zuschauer sind nicht zugelassen, nur bei Kindern unter 14 Jahren darf eine erwachsene Begleitperson in die Halle. Vor und nach dem Sport muss ein Mund-Nasenschutz getragen werden. Duschen und Umkleidekabinen bleiben geschlossen, nur die Toilettenanlagen sind geöffnet. Außerdem müssen Anwesenheitslisten zur etwaigen Rückverfolgung der Sportler ausliegen und geführt werden. Und schließlich muss jeder Verein der Stadt beziehungsweise dem Stadtsportbund einen Corona-Ansprechpartner nennen.

Da geht es auf den Sportplätzen draußen schon liberaler zu. Bis zu zehn Fußballer dürfen da miteinander trainieren und auch in Zweikämpfe gehen. Stefan Wiedon (CDU), der beim Fußballverband Niederrhein arbeitet, weiß aus der Praxis, dass auch die Zahl zehn Interpretationsspielräume bietet: „In manchen Städten gilt sie für den gesamten Platz, in anderen für eine Platzhälfte, demnach können 20 Fußballer auf einen Platz“, sagt er. Das sei auch in Ordnung, solange die Spielgruppen nicht wechselten. Wiedon appellierte zugleich an die Stadt, möglichst viele sportliche Ferien-Angebote für Kinder von Vereinen und Initiativen zuzulassen. Denn das entlaste auch die Familien.

Unterdessen blicken die Vereine im Mannschaftssport auf den 15. Juni, wenn die derzeit gültige Corona-Schutzverordnung ausläuft. Vor allem tausende Fußballer im Jugend-und Seniorenbereich hoffen, dass sie die nächste Saison ab Ende August wieder spielen können – mit individuellem Hygieneschutz, aber ohne substanzielle Einschränkungen.