Stadplanung in Düsseldorf: „Lebenslust“ für die Bismarckstraße

Stadplanung in Düsseldorf: „Lebenslust“ für die Bismarckstraße

Die Stadt Düsseldorf stellt Ideen zur Verschönerung der Bismarckstraße vor. Neues Mobiliar und neue Radständer sollen orangefarben sein.

Düsseldorf. Nur einen Tag nach dem Baubeginn zur Umgestaltung der Friedrich-Ebert-Straße stellte die Stadt ihre Ideen zur Verschönerung der Bismarckstraße vor. Im Rahmen des Städtebauförderprogramms „Ekiso“ sollen die Verbindungsachsen zwischen dem Düsseldorfer Hauptbahnhof und der Innenstadt (Kö, Altstadt) attraktiver werden. „Ekiso“ steht für „Entwicklungskonzept Innenstadt Süd-Ost“. Verkehrsdezernentin Cornelia Zuschke stellte auf dem Bürgerinformationsabend fest: „Es tut sich einiges im Bahnhofsumfeld. Wir möchten Ihnen Veränderungen anbieten.“

Rund 100 interessierte Anwohner und Geschäftsleute folgten der Einladung der Stadt ins Gerhart-Hauptmann-Haus, das sich ebenfalls in der Bismarckstraße befindet. Hier präsentierten ihnen Simone Steinborn und Barbara Rekowski vom Amt für Verkehrsmanagement mit Skizzen, wie sie sich eine Neuordnung auf der Bismarckstraße vorstellen. Ziel sei es, den Rad- und den Fußgängerverkehr stärker zu fördern und den Autoverkehr in der Fahrradstraße zu verlangsamen. Auf den Skizzen dominierte die Farbe Orange: Für neues Mobiliar, Radständer, vor allem aber sollen in dieser Farbe auch Flächen (auf dem alten Pflaster) markiert werden, die später für mehr Außengastronomie genutzt werden können. Orange als Farbe, die „Lebenslust ausstrahlt“, so Simone Steinborn, das lebendige Treiben unterstützen soll.

Die Bürger hörten ungeduldig zu, meldeten sich früh zu Wort. „Wir haben hier viel mit Prostituierten und Drogenabhängigen zu tun“, beschrieb ein Anwohner die Situation vor Ort. Neben diesen Problemen befürchtet ein anderer r, , dass noch mehr Außengastronomie mehr Lärm mit sich bringen werde. Er leide seit zwei Jahren unter der lauten Musik einer Kneipe, es herrsche jetzt schon „Altstadtniveau“, die Stadt schreite nicht ein.

Sehr viele Anlieger beklagen vor allem, dass die Straße viel zu dunkel sei. Das nütze den Drogendealern. Seit sieben Jahren bitte man die Stadt, eine hellere Straßenbeleuchtung zu installieren. Nichts sei geschehen. Dezernentin Cornelia Zuschke erklärte, dass das Ekiso-Programm kein Geld für eine bessere Beleuchtung vorsehe, sie sich aber um das Problem kümmern werde. Sie versprach den Anwohnern angesichts ihrer Sorgen: „Wir müssen eine Balance für die Straße finden.“

Frühestens in eineinhalb Jahren kann die Umgestaltung beginnen. Dazu gibt es weitere Vorschläge der Verwaltung: Am Eingangsbereich Konrad-Adenauer-Platz wird eine kleine Ginko-Allee gepflanzt und mit Bodenstrahlern beleuchtet. Für die so genannten Angebotsstreifen für die Gastronomie, die hier erstmals in Düsseldorf eingerichtet werden sollen, entfallen im Winter 30 Parkplätze. Insgesamt sollen ganzjährig zwölf Parkplätze wegfallen.

Die Bismarckstraße wird zwischen Charlotten- und Oststraße zur Einbahnstraße. Auf diesem Stück soll es einen besonders breiten Streifen für mögliche Gastronomie-Terrassen geben. Hier werden alle Stellplätze entfernt. Am Ende des Abschnitts zwischen Ost- und Steinstraße sehen die Planer einen Fahrrad-Kreisverkehr vor, der die Radler zur City führt. Als nächstes wird die Politik über die Pläne beraten und abstimmen.

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