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Sportstunde mit Olympiasieger Jonas Reckermann

Aktion : Sportstunde mit Olympiasieger Jonas Reckermann

Ex-Beachvolleyballer Jonas Reckermann gibt Mitarbeitern der Stadtsparkasse Tipps, wie sie sich im Alltag mehr bewegen können. Das fängt mit dem Weg ins Büro an.

Als sich die Tür vor ihm öffnet, zögert Jonas Reckermann keine Sekunde. Mit großen Schritten wagt er sich in den dunklen Raum. Über seine Schulter baumelt ein Ballsack, der rhythmisch hin und her wippt. Nachdem das Licht angeht, mustert der 39-Jährige aufmerksam das Innere. „Das sieht doch gut aus“, sagt er und lässt seinen Blick auf der hohen Decke ruhen.

Nach und nach trudeln weitere Leute in Sportklamotten in den Raum, der aufgrund seiner Holzvertäfelung an den Wänden an eine Sporthalle erinnert. Tatsächlich ist es aber ein Veranstaltungsraum in der Hauptzentrale der Stadtsparkasse Düsseldorf an der Berliner Allee. Hier in der dritten Etage des markanten Hochhauses erwartet elf Mitarbeiter der Bankfiliale eine ganz besondere Sportstunde.

Auf die aktive Karriere folgt eine Laufbahn als Sportlehrer

Denn Reckermann ist ein waschechter Olympiasieger. 2012 holte er in London gemeinsam mit seinem Partner Julius Brink die Goldmedaille im Beachvolleyball. Mittlerweile hat der gebürtige Rheiner seine aktive Karriere beendet und baut auf seine zweite Laufbahn als Sport- und Erdkundelehrer. In Düsseldorf ist er wegen des Präventionsprojekts „Spitzensportler bewegen Mitarbeiter“ der Barmer-Versicherung zu Gast. Im Kern erzählen dabei ehemalige Spitzensportler über ihre Erfahrungen im Profisport und versuchen in einem weiteren Schritt, in einer gemeinsamen Sportstunde, Berufstätige für mehr Bewegung im Alltag zu motivieren.

Gerade wenn man in typischen Bürojobs arbeitet, in denen man die meiste Zeit am Schreibtisch sitzt, sei es wichtig, sich regelmäßig zu bewegen, um gesund und leistungsfähig zu bleiben, betont Reckermann. Für welchen Sport man sich entscheidet, sei dabei zweitrangig. „Wichtig ist, dass man überhaupt etwas tut. Da reicht am Anfang schon, wenn man statt des Aufzugs die Treppe benutzt, um sein Herz-Kreislauf-System zu aktivieren.“

Treppensteigen müssen Reckermanns elf Schützlinge an diesem Abend nicht. Stattdessen steht eine aktive Einführung in die Geheimnisse des Volleyballsports auf dem Plan. „Ich habe mir gedacht, reine Fitnessübungen ohne Ball wären ziemlich öde für euch. Deswegen werden wir heute alle Übungen mit dem Ball machen“, kündigt er bei der Begrüßung an. „Vor allem geht es darum, dass wir gemeinsam Spaß haben und leicht ins Schwitzen kommen.“

Eine Nachricht, die sofort auf breite Zustimmung trifft. Doch nur einige Augenblicke später vergeht einigen das Lächeln wieder. In einer Aufwärmrunde sollen zwei Bälle hin und her geworfen werden. Der Clou: Die Gruppe läuft dabei kreuz und quer durch den Raum, während der Ball nicht den Boden berühren darf. Das erfordert Antizipations- und Konzentrationsfähigkeit, zumal Reckermann im Verlauf die Schwierigkeitsstufen erhöht. Mal darf nur mit einem Arm geworfen und gefangen werden, ein anderes Mal dürfen nur Teilnehmer des gleichen Geschlechts angespielt werden.

Bei dem einen oder anderen sorgt das zunächst für Verwirrung, so dass am Anfang einige Bälle mehr den Holzboden als den Mitspieler finden. Doch mit der Zeit werden die Abläufe flüssiger, die Fehler merklich weniger. Reckermann lächelt zufrieden. Während einige Gesichter schon deutlich rötlicher werden, stellt der Olympiasieger bereits die nächsten Übungen vor. Vor allem die Unterarmliegestütze auf den Volleybällen treiben den meisten die Schweißperlen auf die Stirn. Es beklagt sich allerdings keiner — im Gegenteil. Die meisten haben sichtlich Spaß und wenn mal eine Übung misslingt, wird das mit einem Lachen und aufbauenden Gesten quittiert.

Auch in den anschließenden Volleyballübungen bleibt die Stimmung bestens, und es blitzt beim Baggern und Pritschen durchaus das eine oder andere Naturtalent auf. Entscheidend für Reckermann ist aber, dass alle Beteiligten Spaß hatten. Das sei die Grundvoraussetzung, um auch wortwörtlich am Ball zu bleiben. „Die Freude ist definitiv der beste Motivator“, sagt er. Der erste Schritt ist schon mal gemacht.