Spaziergänge sollen den Düsseldorfern die Kulturmeile "Blaugrüner Ring" näherbringen

Spaziergänge sollen den Düsseldorfern die Kulturmeile "Blaugrüner Ring" näherbringen

Ab Mittwoch gibt es für die Bürger 36 Möglichkeiten, den „Blaugrünen Ring“ um den Stadtkern herum kennenzulernen und Vorschläge dazu zu machen.

Düsseldorf. Blau und grün soll er werden, der neue Ring von Düsseldorf. Blau wie der Rhein und grün wie die ausgedehnten Parkanlangen, samt Hofgarten und Kö, entlang der Altstadt.

Im Grunde ein neuer Name, ein Arbeitstitel für etwas, was die innerstädtische Struktur Düsseldorfs genuin geprägt hat und prägt. Der alte Stadtkern wird von Kulturbauten jeglicher Couleur umrahmt: Oper, Schauspielhaus, Kunstmuseen und -akademie, der Ehrenhof, historische Gebäude und Ensembles gesellen sich zu kleinen wie großen Kulturinstitutionen. Diese sind nahezu allesamt städtebaulich durch die Grünanlagen oder das Rheinufer miteinander, mal lose mal direkt, verbunden.

Die Flaniermeile soll deutlicher als Ganzes wahrgenommen werden. So ist die Idee dieses Ringes entstanden, der aber letztendlich mehr als nur ein Etikett für ein besonderes Merkmal der Düsseldorfer Kulturlandschaft sein soll. Um dem Ganzen Substanz zu verleihen, ist Ende des Jahres ein internationaler Wettbewerb für Fachbüros aus den Bereichen der Architektur, Stadt- und Freiraumplanung geplant. Doch die Vorschläge, wie man die Verbindung zwischen den Kulturbauten und vor allem auch die Aufenthaltsqualität jener Übergangszonen verbessern kann, dürfe nicht ohne die Beteiligung der Bürger erarbeitet werden. So setzt die Stadt im Vorlauf der Auslobung des Wettbewerbes auf Bürgerbeteiligung auf mehreren Kanälen, dessen Impulse mit in den Planungsprozess einfließen sollen.

Ab dem 1. August bis zum 29. September bietet die Stadt insgesamt 36 Führungen an. Experten von Düsseldorf Tourismus beleuchten Orte entlang des Ringes auf ihre Besonderheiten. Während der Führungen haben die Teilnehmer Gelegenheit, an fünf „Schwerpunktbereichen“ ihre persönliche Meinung anonym zu äußern. Was gefällt, was nicht, welche Änderungen sind wünschenswert? Die 120-minütigen Stadtrundgänge sollen zudem architektur- und städtebauhistorische Qualitäten der Kulturorte und ihrer Umgebung wieder in das Bewusstsein rücken. Startpunkt ist der Graf-Adolf-Platz mit dem Ständehauspark. Über den Grabbeplatz und der Oper lenken die Führungen den Blick weiter auf die Kunstakademie, den Ehrenhof bis hin zu den Rheinterrassen und Rheinpark. Kostenfreie Anmeldung und Termine unter:

duesseldorf-tourismus.de/oeffentliche-touren/buergerbeteiligung-zum-blaugruenen-ring/

Bereits am 11. Juli wurde die Internetseite www.blaugruener-ring.de online gestellt, die Bürger dazu einlädt, ihre Anmerkungen zu den jeweiligen Orten entlang des Ringes interaktiv auf einer Düsseldorfkarte zu hinterlegen. Auf einem Stadtplan können virtuell Wege eingezeichnet werden. Es besteht zudem die Möglichkeit, Orte mit Bewertungszeichen zu markieren. So kann man seinen Lieblingsort kennzeichnen, positive Orte definieren, Verbesserungsbedarf vermerken oder auch negative Orte auf der Satellitenkarte per Mausklick definieren. Weitere Beteiligungsformate, wie ein Symposium am 14. September sind zudem geplant.

Ein Blick auf die Webseite offenbart schon erste, durchaus vielfältige und teils meinungsstarke Reaktionen, doch bei genaurem Hinsehen ist die Resonanz noch ausbaubar. So finden sich zur Zeit 303 Markierungen rund um die Altstadt, 120 im Umfeld des Ehrenhofes und 73 im östlichen Teil der Innenstadt. Zudem sind auch viele Orte markiert worden, die nicht in den Bereich des Blaugrünen Rings fallen. Genau darin sieht die CDU-Ratsfraktion Verbesserungsbedarf. „Mit KAP1 bekommt die Kultur ein Zuhause am Bahnhof. Deshalb erscheint es nahe liegend, von dort einen Bogen zum Blaugrünen Ring zu schlagen“, sagte Bürgermeister Friedrich Conzen. Zudem dürfe man die kleineren Kulturinstitute, die teils auch international bekannt sind, nicht vergessen.

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