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Sparkassenbus stößt in Düsseldorf auf positive Resonanz

Geldinstitut in Düsseldorf : Mobile Filiale der Stadtsparkasse hat viele Kunden

Die mobile Filiale der Stadtsparkasse fährt seit April sieben weitere Standorte an. Noch wissen aber nicht alle Bürger von dem Angebot. Um den zusätzlichen Service für Geldgeschäfte haben Bezirkspolitiker lange gekämpft.

Steffi Bernhardt wollte eigentlich ihre Oma Wilma Catwinkel mit dem Auto zur Sparkassenfiliale nach Rath fahren. Als sie aber den roten Sparkassenbus auf dem Mörsenbroicher Weg entdeckt, wird schnell daneben geparkt und die Bankgeschäfte in der mobilen Filiale erledigt. „Das war Zufall und hat uns viel Zeit gespart, zumal es hier keine Wartezeiten gibt“, sagt Bernhardt. Wie sie reagieren zurzeit viele Mörsenbroicher. Immer wieder halten spontan Fußgänger, Rad- oder Autofahrer am Bus an, um das Angebot zu nutzen.

Ganz gezielt ist hingegen Diedrich Sänger gekommen: „Das spricht sich jetzt langsam herum, und ich komme bereits regelmäßig her. Das ist ein toller Service, denn sonst gibt es hier ja weit und breit nichts mehr.“ Dem pflichten Helga Kirchmann sowie Werner und Marianne Kavermann bei. Sie loben auch die Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit der Kundenberater. So werden die zumeist älteren Kunden von den Sparkassen-Mitarbeitern geduldig in den Umgang mit dem Geldautomaten eingewiesen. Zu den weiteren Leistungen gehören unter anderem Bearbeitung von Daueraufträgen, der Ausdruck von Kontoauszügen sowie Ein- und Auszahlungen.

Seit April schickt die Stadtsparkasse ihren zweiten Bus auf Tour, der sieben Stadtteile anfährt und dort das Angebot von inzwischen geschlossenen Filialen vor Ort ersetzen soll. Um diesen Service haben die Bezirkspolitiker zum Teil heftig gekämpft, immer wieder auf das fehlende Angebot im jeweiligen Stadtteil aufmerksam gemacht und schließlich Vorschläge für einen geeigneten Standort bei der Sparkasse eingereicht.

Yvonne Charisius, CDU-Mitglied in der Bezirksvertretung 6, wirbt deshalb nun stark für den Bus, verteilt Flyer und hängt Plakate auf, um auf das Angebot aufmerksam zu machen. Denn zurzeit wird die mobile Filiale lediglich testweise betrieben. Nur wenn diese gut angenommen wird, denkt die Sparkasse über die dauerhafte Genehmigung der Standorte nach.

Dafür stehen die Chancen aber gut, denn der erste Sparkassenbus, der seit 2019 acht Stadtteile anfährt, ist bereits ein Erfolg. Keiner der Standorte musste aufgrund zu geringer Resonanz aufgegeben werden. „In Heerdt beispielsweise hat sich der Bus fest etabliert. Dort erwarten uns bereits die Menschen, wenn wir dort vorfahren. Und auch an den neuen Standorten entwickelt sich die Kundenzahl immer besser“, sagt Ludwig Tirschel. Er ist der Fahrer und gleichzeitig einer der Kundenberater vor Ort.

Yvonne Chairsius ist froh, dass nun wieder ein Angebot im Stadtteil vorhanden ist, nachdem dort gleich zwei Sparkassenfilialen geschlossen wurden. Den Standort am Mörsenbroicher Weg auf Höhe der Gerhart-Hauptmann-Straße findet sie aber nicht ideal, da es dort nur wenig Laufkundschaft gibt. Lieber hätte sie eine Haltestelle an einem der alten Filialstandorte. „Dort ist aber leider kein Platz, und auch die anderen Bedingungen, wie ein barrierefreier Zugang, konnten nur am Mörsenbroicher Weg ohne weiteres erfüllt werden“, sagt Charisius. Die Politikerin will jetzt aber zumindest dafür sorgen, dass an der Haltestelle das Gebüsch an den Baumscheiben zurückgeschnitten und einige Gehwegplatten verlegt werden, damit die Kunden bei Regen nicht durch die Matsche laufen müssen.

Kunde Karl-Heinz Wolp ist zwar froh, dass er nun nicht mehr mit dem Bus zu einer weiter entfernten Sparkasse fahren muss, „aber ein Ersatz für die geschlossenen Filialen ist das in keinster Weise. Dafür ist der Bus zu kurz und auch nur an einem Tag vor Ort“. Das sieht ein Lichtenbroicher ähnlich. Er ist extra nach Mörsenbroich gekommen, obwohl der Bus am Nachmittag in seinem Stadtteil hält. „Dann ist aber Regen angesagt, und da steht man ungeschützt vor dem Bus“, kritisiert er.