Düsseldorf: Sparkasse: Hallmann muss gehen, kommt jetzt Göbel?

Düsseldorf : Sparkasse: Hallmann muss gehen, kommt jetzt Göbel?

Verwaltungsrat stimmt 8:7 gegen den Chef der Sparkasse. Die Favoritin von OB Geisel für die Nachfolge ist bei der Stadtsparkasse umstritten.

Düsseldorf. Arndt Hallmanns Tage als Chef der Stadtsparkasse sind gezählt. Mit knapper 8 : 7-Mehrheit stimmte der Verwaltungsrat am Freitag gegen eine Verlängerung seines im Juni 2017 auslaufenden Vertrages. Offensichtlich votierten neben den Vertretern von SPD, Grünen und FDP auch zwei Arbeitnehmervertreter gegen Hallmann.

OB Thomas Geisel hofft, dass recht bald ein Nachfolger gefunden ist.

Damit setzte sich OB Thomas Geisel in dem seit 2014 schwelenden Streit mit Hallmann um die Höhe der Gewinnabführungen der Stadtsparkasse an die Stadt endgültig durch. Ende Juni war bereits Risikovorstand Martin van Gemmeren geschasst worden. „Die Entscheidung des Verwaltungsrates ist eine Chance für einen Neuanfang der Stadtsparkasse“, sagte Geisel. „Ich hoffe, dass die Aufsichtsgremien nicht mehr politisiert werden. Das Haus ist solide aufgestellt. Lassen Sie uns den Blick nach vorn richten.“

Karin-Brigitte Göbel soll die Favoritin Geisels als neue Chefin sein.

Das Verhältnis zwischen Geisel und Hallmann wurde immer schlechter, nachdem Ende Juni zwar ein Kompromiss gefunden worden war, der eine Abführung von 25 Millionen Euro an die Stadt vorsah und den der Rat einstimmig absegnete. Dann aber reichte Hallmann dennoch Klage gegen den Bescheid der NRW-Finanzaufsicht ein. Die Behörde beim Finanzministerium hatte im Sinne Geisels die Abschlüsse 2014 und 2015 für rechtswidrig erklärt, weil der Vorstand bei ihrer Aufstellung den Träger Stadt und den Verwaltungsrat nicht genügend beteiligt habe.

Rüdiger Gutt (CDU) kritisiert die Ablösung Hallmanns. Foto: David Young/ Judith Michaelis/Sergej Lepke/Stadt Düsseldorf

2014 hatte die Stadtsparkasse überraschend deutlich über 100 Millionen Euro Gewinn gemacht, der Vorstand wollte der Stadt aber nur drei Millionen Euro abgeben. Hallmann begründete das damit, dass die Sparkasse ihre Rücklagen angesichts großer Risiken für den Bankensektor stärken müsse.

Doch Ruhe dürfte nun trotzdem nicht so schnell einkehren. Die CDU kritisiert die Ablösung Hallmanns scharf. Er sei ein „Opfer in Geisels Machtpoker“, weil er sich nicht zum Befehlsempfänger des OBs degradieren ließ. Fraktionschef Rüdiger Gutt lobt Hallmann explizit: „Er steht für Kompetenz, Vertrauensgewinn, Stabilität und hervorragende Jahresergebnisse.“ Geisel dagegen gehe es vor allem darum, „frisches Geld für seinen völlig entgleisten Haushalt zu kriegen“.

Weitere (Streit-)Fragen bleiben offen. Wann geht Hallmann? Geisel dürfte ein großes Interesse daran haben, dass dies möglichst bald geschieht. Nach den Herbstferien berät der Verwaltungsrat. Doch was ist, wenn Hallmann länger bleibt — und vor allem die Klage gegen die Finanzaufsicht aufrecht hält? Und: Wer wird sein Nachfolger? Geisel soll sich intern bereits explizit für Vorstandsmitglied Karin-Brigitte Göbel ausgesprochen haben. Die hatte sich in den letzten Monaten von der harten Position ihres Chefs Hallmann abgesetzt und war eher auf Geisel zugegangen, was in der Belegschaft des Kreditinstituts nicht so gut angekommen sein soll.