1. NRW
  2. Düsseldorf

Düsseldorf: Soldat fiel zweimal bei rechten Demos auf

Düsseldorf : Soldat fiel zweimal bei rechten Demos auf

28-Jähriger war mit verbotenen Handschuhen bei Dügida und vermummt auf der einer Demo in Bonn.

Düsseldorf. Als Bundeswehrsoldat wird ein 28-Jähriger öfter eingesetzt, wenn dort Demonstrationen gegen Atombomben stattfinden. Im Dezember vor zwei Jahren stand der junge Mann auf der anderen Seite — ausgerechnet bei einer Dügida-Demo und eine Woche später bei dem Bogida-Gegenstück in Bonn. Dabei kassierte der Soldat gleich zwei Strafanzeigen, weil er mit verbotenen Quarzsand-Handschuhen unterwegs war und gegen das Vermummungsverbot verstoßen hatte. Am Donnerstag musste er sich vor dem Amtsgericht verantworten.

Wie der Angeklagte erklärte, habe er aus privatem Interesse an den Demonstrationen teilgenommen: „Ich wollte sehen, ob da wirklich nur Neo-Nazis sind.“ Am 8. Dezember 2014 hatte die Polizei ihn angezeigt, weil er Quarzsand-Handschuhe trug, mit denen man andere Personen verletzen kann. Sie dürfen bei Demonstrationen nicht getragen werden.

„Ich habe mir dabei nichts gedacht und war mir keiner Schuld bewusst“, erklärte der 28-Jährige dazu. Die Handschuhe habe er sich privat gekauft, aber auch im Dienst getragen. Das Strafverfahren wurde eingestellt.

Nicht so glimpflich kam der Soldat für sein Verhalten eine Woche später davon. Bei der Demonstration in Bonn hatte er sich den Kragen seines Pullovers so hoch über den Kopf gezogen, dass er nicht mehr zu erkennen war. In dem Fall wurde Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Vermummungsverbot gestellt.

Dazu erklärte der junge Mann, dass er sich nur zeitweise vermummt habe: „Ich wollte meine Privatsphäre vor den Presseleuten schützen.“ Die hätten nicht nur Fotos von der Demo, sondern auch von Einzelpersonen gemacht: „Ich wollte verhindern, dass Bilder von mir im Internet auftauchen.“ Allerdings gibt es auch ein Video, auf dem der vermummte Angeklagte zu sehen ist und „Wir sind das Volk“ ruft. Für den zweiten Fall wurde der 28-Jährige zu 1200 Euro Geldstrafe verurteilt. Außerdem drohen ihm noch dienstrechtliche Konsequenzen.