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Fahrradsaison: So wird das Rad fit für den Frühling

Fahrradsaison : So wird das Rad fit für den Frühling

Ein Fahrrad reparieren kann jeder, sagt Jochen Konrad-Klein vom ADFC, und gibt Tipps.

Düsseldorf. Die kalten Tage sind vorbei — es ist wieder Fahrradzeit. Doch wenn das Rad den Winter im Keller oder der Garage verbracht hat, kann es sein, dass es erst einmal nicht so richtig rollt. Aber deswegen in die Werkstatt? Nicht nötig. Tüftler Jochen Konrad-Klein vom ADFC erklärt, worauf man achten muss, damit alles rund läuft.

Am besten fährt ein Fahrrad, wenn nichts gerostet ist. Deswegen ist es wichtig, bestimmte Teile regelmäßig zu ölen. Dass die Kette Öl braucht, lässt sich leicht erkennen. „Es sollte immer ein leichter Ölfilm darauf sein“, sagt Konrad-Klein. Nicht zu trocken, nicht zu ölig. Ein paar Tropfen reichen schon aus. Dafür gibt es spezielle Kettenöle, die besonders gut in die einzelnen Elemente kriechen.

Das Ölen der Kette ist besonders wichtig: „Ist die Kette einmal richtig rostig, kriegt man die nie wieder sauber. Dann muss man sie austauschen.“ Doch nicht nur die Kette will geölt werden: Alles Bewegliche kann einen Tropfen vertragen. Also auch Bremszug — natürlich nicht die Bremsbeläge, sondern dort, wo das Bremsseil am Klötzchen zieht — und die Schaltung. Besonders bei einer Nabenschaltung ist das wichtig. Hier gibt es eine Art Spritze, mit der man das Öl im Gehäuse auffüllen kann. Zuletzt kann man seinem Fahrrad auch an Vorder- und Hinterachse und in den Tretlagern mit ein bisschen Öl etwas Gutes tun. Dazu das Rad am besten auf die Seite legen und ein paar Tropfen hineinlaufen lassen — dann wenden.

Ein Fahrrad nutzt sich ab — je öfter man fährt, desto schneller. Daher sollte man Verschleißteile regelmäßig prüfen: Wie stark sind die Bremsklötze abgefahren? Sind die Zähnchen dort wo die Kette aufliegt schon sehr spitz und abgenutzt? Auch die Speichen prüft Konrad-Klein: Immer zwei drückt er leicht zusammen. „Wenn eine Speiche gebrochen ist, merkt man das so.“ Dann muss Ersatz besorgt werden. Außerdem sollte man den Mantel auf kleine Risse prüfen. Ist der sehr porös, haben es kleine Steinchen oder Scherben leichter, sich durchzudrücken und den Schlauch zu beschädigen. Auch wenn das Profil des Mantels stark abgefahren ist, sollte man über einen Austausch nachdenken.

Die Seilzüge an Bremse und Schaltung können sich mit der Zeit lockern oder ausleiern. Sie nachzuziehen ist aber nicht schwierig. Bei den meisten Rädern geht das am Lenker: Dort, wo das „Kabel“ aus Bremse oder Schaltung läuft, ist ein Rädchen, mit dem man fester stellen kann. Bei manchen Fahrrädern ist das Rädchen für die Schaltung auch am Hinterrad, wo sie an der Kette ansetzt. Hin und wieder sollten die Seilzüge auch ausgetauscht werden. „Es gibt nichts Ärgerlicheres, als wenn einem am Berg die Schaltung reißt“, sagt Konrad-Klein. Auch insgesamt kann man testen, ob am gesamten Fahrrad einzelne Schrauben locker oder lose sind.

Ein Fahrradschlauch kann — auch ohne Loch — über die Zeit Luft verlieren. Daher müssen die Reifen aufgepumpt werden. Wie viel Druck nötig ist, steht meist auf dem Mantel, ist aber auch Geschmackssache. „Ich pumpe meine Reifen gerne richtig voll“, sagt der Tüftler. Dann läuft das Rad besser. Nachteil ist, dass der Reifen dann auch härter ist und man so jede Bodenunebenheit stärker spürt. Benutzt man eine Handpumpe, kann man den Reifen eigentlich nicht zu stark aufpumpen, „also ruhig, bis man nicht mehr kann“. Wer möchte, dass sein Fahrrad glänzt, kann dann noch mit Wasser und Spülmittel ran. Aber Vorsicht: „Spülmittel ist fettlösend. Da wäscht man sich das Öl wieder runter.“ Daher eher zurückhaltend putzen.