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Düsseldorf: So will Düsseldorf zur Smart City werden

Düsseldorf : So will Düsseldorf zur Smart City werden

Im Tanzhaus NRW werden technische Trends und Ideen aus der Start-up-Szene gezeigt, um die Mobilität intelligenter zu gestalten.

Düsseldorf. Die Ideen klingen zum Teil wie aus einem Sciene-Fiction-Film und können doch schon bald Wirklichkeit werden: Eine Wand bepflanzt mit Moos auf 3,5 Quadratmetern Standfläche als platzsparende Ergänzung zum Stadtgrün, ein intelligenter Regenschirm, der seinen Besitzer schon morgens über die Wetterprognosen informiert und Sensoren, die alle freien Parkplätze im Umkreis von 400 Metern erfassen — bei der Praxiskonferenz „Düsseldorf 2020 - Creating a Smart City“ der digihub Düsseldorf/Rheinland geht es zwei Tage lang um das große Thema Smart City und digitale Geschäftsmodelle, Produkte und Lösungen.

Mehr als 200 Teilnehmer stellen dafür seit Dienstag neueste Entwicklungen aus der Startup-Szene und technische Trends im Tanzhaus NRW an der Erkrather Straße vor. Martin Giehl, Projektleiter von Smart City Düsseldorf, brachte zunächst die Fakten: 630 000 Düsseldorfer sind täglich durchschnittlich viermal unterwegs, 300 000 Einpendler kommen jeden Tag hinzu, 75 Prozent davon mit dem Pkw. Zudem besuchen pro Woche 50 000 Shopping-Touristen die Stadt und die Einwohnerzahl steigt jährlich um 10 000 Bürger. „Mobilität muss intelligenter gestaltet werden“, fordert er. Die Analyse der Bewegungsströme, Ideen und Projekte ist derzeit in der Findungsphase. „Wenn der Oberbürgermeister das Thema weiter vorantreibt und der politische Wille bestehen bleibt, werden schon Ende dieses Jahres die ersten digitalen Produkte installiert“, berichtet Giehl.

Es geht zunächst um Mobilitätsstationen. Sie sollen Fahrradverleih, Carsharing und ÖPNV-Haltepunkte an einem Standort bündeln und so einen bequemen Wechsel zwischen den Verkehrsmitteln ermöglichen. Weitere vorgestellte Zukunftstechnologien sollen das Leben in der Stadt besser machen und helfen, Probleme wie Luftverschmutzung zu lösen. „City Trees“ sind kompakte Mooswände auf kleiner Standfläche mit einer Umweltleistung, die der von 275 Bäumen entspricht. In Essen und Hamburg stehen die modernen „City Trees“ bereits.

Eine Innenstadt ohne Stau und Platznot sogar mit einem Parkplatz, der bereits für ein Auto avisiert ist und zu dem man navigiert wird, soll dank Smart Parking nicht länger Utopie sein. In London und Dubai wird diese Sensortechnologie bereits eingesetzt. Das System wurde speziell für große Parkbereiche entwickelt und kann an Häuserfassaden, Masten und Laternen installiert werden.

Sie vermessen und analysieren im Sekundentakt freie und belegte Parkflächen. Die GPS-Koordinaten werden in Echtzeit an Smartphones, Tablets, Navis oder dynamische Parkleitsysteme weitergeleitet. Vorgestellt wurden auch intelligente Straßenlaternen, die nur dann hell leuchten, wenn Menschen oder Fahrzeuge in der Nähe sind.

Sie können auch Feinstaub- und Lärmbelästigung engmaschig messen, schließlich steht ja alle 50 bis 80 Meter eine Straßenlampe.