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So will Düsseldorf 2035 klimaneutral werden

Klimaschutz in Düsseldorf : Expertenrat verfeinert die Pläne für ein klimaneutrales Düsseldorf im Jahr 2035

In „Corona-Zeiten“ nicht nachlassen beim Klimaschutz: Das soll die Maxime der Stadt Düsseldorf sein, wenn das ehrgeizige Ziel, schon 2035 klimaneutral zu werden, erreicht werden soll. 

OB Thomas Geisel beriet darüber am Donnerstag mit Experten des von ihm gegründeten Klimabeirates im Rathaus. Die Herausforderung ist imposant: Der Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) muss in den nächsten 15 Jahren gegenüber 2016 um 67 Prozent reduziert werden. In absoluten Zahlen:  um 2,8 Millionen auf 1,4 Millionen Tonnen im Jahr.


Welche Sektoren sind in Düsseldorf  wie verantwortlich?

Der größte Anteil mit 41 Prozent entfällt auf die Wirtschaft, es folgen dann die privaten Haushalte (30%) und der Verkehr (27%).

Wie sieht der Plan aus?

Stadtwerkechef Udo Brockmeier erklärt die Methodik. Zunächst wird der  Ist-Zustand in Bereichen wie Wärme (Heizen) und Verkehr erhoben, auf deren Konto jeweils etwa ein Drittel der Emissionen geht. Dargestellt wird das in einer CO2-Stadtkarte. Es folgt die Auflistung von Maßnahmen zur Reduzierung des Energiebedarfs, dann die   der Dekarbonisierung der verbleibenden Energiebedarfe, also der Umwandlung auf kohlenstofffreie Lösungen, zum Beispiel den Photovoltaik-Ausbau oder die Förderung von Radverkehr und einem ÖPNV, der mit Ökostrom angetrieben wird.  Dann werden die Maßnahmen bewertet. Wirksam müssen sie sein, aber auch effizient. Das erweist eine Analyse der Kosten, genauer: der Vermeidungskosten von CO2. OB Geisel: „Denn es bringt nichts, horrend teure Maßnahmen aufzulegen, die wenig bringen und auch von Haushalten oder Unternehmen nicht akzeptiert werden.“


Wie folgen konkrete Schritte hin zur Klimaneutralität?

Durch Priorisierungen. Es werden Rangfolgen der Maßnahmen in den Bereichen und Sektor übergreifend erstellt. Dämmung der Gebäude, Einsatz von Fernwärme, Wärmepumpen, Biomasse: Was hilft wie viel bei der CO2-Senkung und zu welchem Preis? Und: Wer trägt die erforderlichen Investitionen? Beispiel Verkehr:  Wer legt die Grundlagen für eine schnellere Verbreitung von E-Autos? Wer die für mehr Busse,  Bahnen und Radwege?


Wie wird der Prozess geprüft?

Ist und Soll werden laufend analysiert. Wo was auseinander klafft, müssen alternative Maßnahmen her, um auf dem CO2-Pfad zu bleiben. Beispiel Energetische Häuser: Derzeit werden nur ein Prozent der Häuser im Jahr saniert, es sollen zwei bis drei Prozent werden. Dabei müssen aber vor allem die Hausbesitzer mitspielen. „Wir werden immer wieder Lücken schließen müssen, um die konkreten CO2-Reduktionsziele in Tonnen zu erreichen“, sagt Brockmeier. Viel hängt von externen Faktoren ab, die die Stadt nicht beeinflussen kann. Geisel nennt als Beispiel die CO2-Bepreisung: „Je höher er liegt, desto größer der Anreiz zur Einsparung.“

Dass die Wirtschaft im Zuge der Corona-Rezession klimafreundliche Investitionen streckt oder streicht, ist nicht zu befürchten, glaubt Sabrina Herrmann, die Leiterin der Düsseldorfer Siemens-Niederlassung: „Die Unternehmen stehen zur Kohlendioxid-Senkung, auch weil sie dies die Stadt und ihre Bürger erreichen wollen.“