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So viel Geld ist schon für die Ostparksiedlung zusammengekommen

Leben nach dem Hochwasser : So viel Geld ist schon für die Ostparksiedlung zusammengekommen

Die Hilfsbereitschaft für die Menschen in der Ostparksiedlung ist groß. Schon mehr als 20.000 Euro sind gespendet worden.

Freitag in der Ostparksiedlung. Zehn Tage ist es her, dass hier die Wohnungen und Keller vieler Häuser vollgelaufen sind. In der Zweibrückenstraße hält Ali Ufuk am Mittag mit einem seiner drei Lkw. Er arbeitet für Hermes und ist jetzt oft hier, gerade laden seine Kollegen eine Waschmaschine ab. „An einem Tag haben wir zehn Geräte ausgeliefert“, sagt er, „fünf bis sechs sind es fast immer.“ Waschmaschinen, Trockner, Tiefkühler, was man halt in den Keller stellt, wenn er groß genug ist – und was zerstört wird, wenn das Wasser kommt. Ein paar Meter weiter, gleich hinter der Gaststätte des Kleingartens, sind drei Männer der Awista dabei, einen weiteren Sperrmüllberg abzutragen.

Die Aufräumarbeiten laufen immer noch, ein bisschen Durchschnaufen ist jetzt aber auch mal möglich. Viele haben wenig geschlafen und viel gearbeitet, Schlamm, Schutt, zerstörte Möbel und Baustoffe ins Freie geschleppt. „Ich habe letzte Nacht mal zwölf Stunden geschlafen“, sagt Rolf Buschhausen, der Vorsitzende des Kleingartenvereins, dessen Mitglieder meist richtige Häuser haben und in ihnen leben. Entsprechend groß sind die Schäden und längst nicht alle konnten wieder nach Hause. Sechs Mitglieder schlafen anderswo.

Sonja Mogendorf etwa ist dankbar, dass sie bei Nachbarn untergekommen ist. „Ich habe sogar ein eigenes Zimmer.“ Die 63-Jährige leitet die Gastronomie des Zakk und musste ihren Fußbodenaufbau im Wohn- und Esszimmer samt der schönen Holzdielen herausreißen. In der mit Steinfliesen ausgelegten Küche steht das noch an. Die Holztüren sind aufgequollen und geplatzt. Es wird Wochen dauern und viel Geld kosten, alles wieder herzustellen. Eine Elementarschutzversicherung hat Sonja Mogendorf nicht, sie muss selbst für die Schäden aufkommen. 

Holzvertäfelung, Kacheln, der Boden, Türen müssen raus

Ähnlich ergeht es Lisa Hilgenberg, auch bei ihr steht eine Kernsanierung an. Die Holzvertäfelung, Kacheln, der Boden, Türen, alles muss raus. Bei einem Zimmer ist klar, dass er nur eine Zukunft als Schuppen hat. Die 32-Jährige arbeitet in einer Kardiologie-Praxis und ist vorerst bei ihrer Mutter untergekommen. Was alle in der Stunde der Verzweiflung aufrechthält, ist die große Hilfsbereitschaft. „Wenn ich etwas brauche und dies in unserer WhatApp-Gruppe poste, ist nach fünf Minuten Hilfe da“, sagt die Mutter von Lisa Hilgenberg, die beim Aufräumen hilft. 

Aber auch aus dem übrigen Düsseldorf wird geholfen und davon werden die profitieren, die es am härtesten getroffen hat. Ein Ehepaar aus Oberkassel hat am Mittwoch Buschhausen angerufen. „Das Paar hat 5000 Euro gespendet“, sagt der Vereinsvorsitzende, „dass ich wegen fehlender Gemeinnützigkeit keine Spendenquittung ausstellen kann, war dem Paar völlig egal.“ Ein Mitglied des Vereins gab die gleiche Summe, ein weiteres Paar 4000 Euro.

Buschhausens Nichte Marie, die in der Siedlung wohnt, hat unter dem Namen „Hochwasserhilfe Düsseldorf Ostparksiedlung“ eine Sammelaktion für bedürftige Nachbarn bei Paypal gestartet. Da werden Beträge von zehn oder 15 Euro gespendet, aber auch mal 1000 Euro. Mehr als 8200 Euro waren am Freitagnachmittag zusammengekommen. Wer sich beteiligen will: Den Link gibt es unter www.paypal.com/pools/c/8Bjm3mCtoz

Die Sandsäcke liegen noch an der Düssel, das finden die Menschen der Siedlung gut. Für das Wochenende ist wieder viel Regen angesagt. „Viele haben Angst“, sagt Rolf Buschhausen.