So unterstützen Düsseldorfer Unternehmen die Verkehrswende

Verkehr : So unterstützen Düsseldorfer Unternehmen die Verkehrswende

Immer mehr Arbeitgeber greifen ihren Mitarbeitern bei Alternativen zum Auto unter die Arme. Seit neuestem gibt es auch Fahrrad-Leasing-Angebote.

Die Verkehrswende ist in Düsseldorf ein omnipräsentes Thema. In den letzten Wochen und Monaten hat die Stadt nicht nur Umweltspuren in Pempelfort und Bilk, sondern auch neue Teile des Radhauptnetzes angelegt. Für die neuen Fahrradwege – wie zum Beispiel an der Kaiserstraße – sind Fahrspuren für Autos weggefallen. Die Infrastruktur für eine Stadt mit weniger Auto- und mehr Fahrradverkehr wächst. Trotzdem sind die neuen Radwege oft verwaist, die Straßen hingegen weiterhin überfüllt. Der Wechsel vom Auto auf das Rad braucht für viele Bürger offensichtlich mehr Anreize, als weniger Fahrspuren für Autos. Einige Unternehmen haben sich die Verkehrswende auf die Agenda geschrieben und verschiedene Anreize für ihre Mitarbeiter entwickelt.

Fahrrad-Leasing

„Die Verkehrswende ist bei uns ein ganz großes Thema“, sagt Martina Hankammer, Pressesprecherin bei der Provinzial-Versicherung. Das Unternehmen möchte seine 2000 Mitarbeiter, die in der Zentrale in Wersten arbeiten, aktiv dazu motivieren auf dem Weg zur Arbeit auf das Auto zu verzichten. Besonders das Fahrradfahren wird unterstützt. Seit neustem kooperiert das Unternehmen mit JobRad, einer Leasing-Firma für Fahrräder. Ähnlich dem Model von Dienstwagen, least die Firma ein Fahrrad, E-Bike oder Lastenrad für die Mitarbeiter. Die Raten werden über die Gehaltsabrechnung bezahlt. Es gibt einen steuerlichen Vorteil. Das Fahrrad darf auch privat genutzt werden. Die Provinzial hat das Projekt erst begonnen, aktuell nutzen 42 Mitarbeiter das Rad-Leasing-Angebot. Auf dem Gelände gibt es auch eine Fahrradgarage mit Reparaturstation. Dort kann ein platter Reifen geflickt und aufgepumpt werden.

Henkel, einer der größten Arbeitgeber in der Stadt, setzt auch auf das Dienstfahrrad. Seit einer Woche können Mitarbeiter Räder leasen. Henkel arbeitet dazu mit dem Anbieter mein-dienstrad.de zusammen. Die Mitarbeiter können bis zu zwei Fahrräder auswählen, die sie auch privat nutzen dürfen. Auch Lastenräder und E-Bikes bis 25 km/h gehören dazu.

Mobilitätspartnerschaft

Neben der nötigen Infrastruktur baut die Stadt zusammen mit der Düsseldorfer Wirtschaft auch auf Mobilitätspartnerschaften mit Unternehmen. Teilnehmende Firmen sollen sich „zur effizienten und umweltgerechten Mobilität in ihrem Unternehmen bekennen und sie in ihrer Unternehmensphilosophie verankern“. Aktuell wollen so 48 Unternehmen ihre Mitarbeitermobilität optimieren, teilte ein Sprecher der Stadt mit.

Im Rahmen dieser Partnerschaften werden auch gemeinsam individuelle Projekte entwickeln. So wurde im Dezember das Parkhaus der Provinzial am Wochenende als Park-and-Ride Parkhaus geöffnet. Für 9 Euro konnte man das Auto im Parkhaus in Wersten abstellen und mit einem Kombi-Park-Ticket für vier Personen per Bus und Bahn in die City zum Weihnachtsmarkt fahren.

E-Mobilität

Neben dem Fahrrad ist die E-Mobilität ein großes Thema in Düsseldorf. Die Stadt selbst bietet ihren Beschäftigten zur privaten Nutzung fünf Elektroautos zur Miete an. Die Wagen können abends und an Wochenenden genutzt werden. Außerdem können sich Mitarbeiter der Stadt für die Erledigung von Dienstfahrten Elektroräder ausleihen. Die Elektroauto-Flotte von Henkel besteht aus rund 30 Fahrzeugen. Auf oder unmittelbar am Werksgelände in Holthausen gibt es mehr als 30 Elektro-Ladestationen, an denen Fahrzeuge aufgeladen werden können. Auch bei der Provinzial will man seine Mitarbeiter in puncto E-Mobilität unterstützen. Immerhin fünf der 650 Stellplätze in der Tiefgarage sind exklusiv für E-Fahrzeuge reserviert. Außerdem gibt es eine E-Tankstelle vor dem Gebäude. „Eine der ersten in Düsseldorf“, betont Pressesprecherin Hankammer.

Car-Sharing

Henkel fördert auch Car-Sharing in Zusammenarbeit mit dem Anbieter Car2Go. Es gibt zudem eine interne Mitfahrbörse für Mitarbeiter. Die Provinzial unterstützt auch Car-Sharing. Sie kooperieren mit dem Anbieter Drive-Now an. Die Anmeldungs-Kosten übernimmt die Firma.

Firmen-Tickets

Der Klassiker unter den Auto-Alternativen bleibt der ÖPNV. Die Rheinbahn bietet schon seit vielen Jahren Firmen-Tickets und Großkunden-Rabatte an. Ab einer Abnahmemenge von 30 Tickets können Unternehmen das Angebot nutzen. Die Konditionen werden von der Rheinbahn direkt mit dem Unternehmen ausgehandelt. Je höher die Zahl der Abonnenten ist, desto preiswerter wird schließlich auch das einzelne Ticket. Die Firmen geben diesen Rabatt in der Regel an ihre Mitarbeiter weiter.

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