Stadtsauberkeit: So soll Düsseldorf sauberer werden

Stadtsauberkeit : So soll Düsseldorf sauberer werden

Stadt und Awista haben am Mittwoch ein Programm für mehr Stadtsauberkeit vorgelegt. Mehr Mülltonnen sollen helfen.

Sommer, Sonne, Grillen, Müll. Wenn die Temperaturen steigen, fällt mehr Abfall auf öffentlichen Flächen an. „Wir beobachten auch in Düsseldorf eine Mediterranisierung“, sagt Awista-Geschäftsführer Peter Ehlert und meint damit den Wandel zu südländischen Lebensumständen durch klimatische Veränderungen. Sprich: Bei gutem Wetter zieht es die Düsseldorfer raus in die Parks und an den Rhein. Für die Stadtreinigung heißt das im Umkehrschluss: mehr Müll. Um dem entgegenzuwirken hat die Stadt nun zusammen mit der Awista ein Programm für mehr Stadtsauberkeit vorgestellt.

Stadt stellt mehr Mülltonnen am Rhein und in den Parks auf

Insgesamt 200 Saisonmülltonnen stehen in diesem Jahr alleine am Rheinufer. Das sind 30 mehr als im vergangenen Jahr. Das Konzept habe sich bewährt, meint Umweltdezernentin Helga Stulgies. In den Parks stehen weitere 70. Bis Oktober werden die Saisontonnen „bedarfsgerecht“ von der Awista geleert. Vandalismus sei bei diesen Tonnen übrigens kaum ein Thema, erklärt Stulgies, „Manchmal landet eine im Rhein, aber das ist ganz selten.“ An schönen Wochenenden will die Stadt außerdem „Promotion-Teams“ an beliebte Ecken schicken, die die Bürger auf die Nutzung der Mülltonnen hinweisen sollen und gegebenenfalls Müllsäcke verteilen.

Thema Altpapiercontainer: „Die Awista soll künftig ein größeres Augenmerk auf die Altpapiercontainer legen“, sagt Oberbürgermeister Thomas Geisel. Dafür soll in diesem Monat geprüft werden, welche Papiercontainer wie stark genutzt werden. Je nach Nutzung soll die Anzahl der Leerungen angepasst werden. Bisher werden Papiercontainer drei- bis viermal in der Woche geleert. Es soll aber auch mehr blaue Tonnen in der Stadt geben. Alle Hausbesitzer müssen Tonnen haben. So soll künftig auf öffentliche Altpapiercontainer verzichtet werden. Um dies zu erreichen, sollen mehr Beratungsteams eingesetzt werden. Aktuell werden die Wohnungseigentümer in der Innenstadt schriftlich über ihre Pflichten, aber auch über eine mögliche Befreiung davon informiert. Die Bündelsammlung von Altpapier wird auch abgeschafft.

Andere Container, die nicht entfernt werden können, sollen idealerweise unter die Erde verlegt werden. Auf der Mauerstraße und der Schwerinstraße sind ab sofort zwei neue Unterfluranlagen in Betrieb. Bis zu 30  dieser unterirdischen Müllcontainer sollen in den nächsten fünf Jahren entstehen. Die entsprechenden oberirdischen Container werden dann entfernt.

Seit einem Jahr betreibt die Stadt die App „Düsseldorf bleibt sauber“. Bürger können hier der Stadt und der Awista direkt melden, wenn sie Verunreinigungen im Stadtgebiet entdecken. 6400 Nutzer haben die App heruntergeladen. Es gab 9000 Meldungen. Fast ein Drittel der Meldungen betraf öffentliche Container (2859). Im vergangenen Jahr waren Mitarbeiter der Awista zwei Stunden täglich für Meldungen aus der App im Einsatz. Nun wurde die Einsatzzeit erhöht, damit das Team „effektiver handeln“ kann, erklärt Awista-Geschäftsführer Ehlert. Ein Team arbeitet in der Woche in Vollzeit, am Wochenende und feiertags Halbzeit. Das selbstgesteckte Ziel ist es, gemeldete Verunreinigungen binnen 24 Stunden zu entfernen. Darüber hinaus sichtet die Awista 50 „in Bezug auf Sauberkeit problematische Depotcontainer“ seit Jahresbeginn täglich. Ebenfalls informieren ehrenamtliche „Containerpaten“ ihre Nachbarn über die korrekte Nutzung der Container.

Auch die Öffnungszeiten der drei Recyclinghöfe auf städtischem Gebiet sollen erweitert werden. Eventuell soll auch ein weiterer entstehen.

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