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So kommt das Kinderbuch "Unser Düsseldorf" bei Familien an

Stadtkunde : Ein kleiner Löwe zeigt den Kindern die Stadt

Kunst und Kirmes, Ritter und Radschläger, Pinguine und Prinzessinnen: Das Buch „Unser Düsseldorf“ will Kindern die Stadt näherbringen.

Die ersten Fragen ergeben sich, noch bevor die erste Seite aufgeschlagen werden kann. Wer ist dieser Löwe? Und was bitte hat der mit Düsseldorf zu tun? Gab es früher etwa Löwen in der Stadt? Die Kinder, die das Buch „Unser Düsseldorf“ von Anke Kronemeyer und Anna Zörner erkunden dürfen, wissen zumindest schon mal auf Anhieb, um was es geht. Und das ohne selbst lesen zu können.

Sie erkennen auf dem Hardcover den Rheinturm, die „zerknautschten, schiefen“ Häuser und die Brücke, die sie schon einige Male vom Rheinufer aus gesehen haben. Nur dieser Löwe gibt ihnen ein Rätsel auf. Und sie brennen darauf, es zu lösen.

 Auch über Karneval kann man was lernen.
Auch über Karneval kann man was lernen. Foto: ja/Ines Arnold

Zuerst aber gibt es das kleine Geografie-Ein-mal-Eins. Und das ist die erste große Herausforderung, wie sich herausstellt. Düsseldorf liegt in Nordrhein-Westfalen und das wiederum liegt in Deutschland. Große Augen, langes Schweigen.

Aber die Bilder helfen: Ein Blick auf die Länder der Erde, eine Vergrößerung wie durch eine Lupe auf Deutschland mit seinen Bundesländern und schließlich Nordrhein-Westfalen mit seiner Hauptstadt Düsseldorf. Nach einigen Durchläufen sitzt es. Das Rattern in den Köpfen ist fast hörbar. „Wie riesig muss erst Deutschland sein, wenn Düsseldorf doch schon so groß ist“, sagt Pauline (6) nach einer Weile. Das muss erst mal verarbeitet werden. Was es denn nun bedeutet, Landeshauptstadt zu sein, in der die „Landesregierung ihren Sitz hat“, was „Behörden“ und „Ämter“ denn überhaupt sind, wird in weiser Voraussicht übersprungen. Das gibt es dann ein anderes Mal.

Das Buch lebt in erster Linie von den Illustrationen. Die kommen bei den Kindern super an. Angereichert mit kurzen Texten lernen die Kinder, wie die Stadt ihren Namen bekommen hat, warum die Lambertus-Kirche einen leicht schrägen Turm hat, warum Kinder noch heute Räder am Rheinufer schlagen, dass es schicke Mode, aber auch grüne Papageien an der Königsallee gibt und dass der Karnevalsprinz genau sieben Fasanenfedern auf dem Kopf trägt.

Aber auch Düsseldorfs Sportvereine wie Fortuna, kulturelle Angebote wie die Junge Tonhalle, Marionetten-Theater oder das Akki (Aktion und Kultur mit Kindern), Ausflugstipps wie Aquazoo oder der Wildpark werden von den Kindern allein an den Bildern wiedererkannt und lautstark kommentiert. Persönlichkeiten wie Joseph Beuys, Heinrich Heine oder Mutter Ey sowie Bands wie Kraftwerk und die Toten Hosen werden ebenfalls im Buch vorgestellt.

Geschichtliche Fakten kommen ebenfalls nicht zu kurz, allerdings werden einige nicht auf Augenhöhe mit den Kindern vermittelt. Denn ein vierjähriges Kind, und für diese Altersgruppe ist das Buch laut Angabe geeignet, wird mit der Beschreibung Jan Wellems absolut überfordert sein: „Er hatte Düsseldorf (…) zu seinem Regierungssitz erhoben und die Blütezeit der Stadt initiiert. Düsseldorf wurde (..) dann zu einer Residenzstadt von europäischem Rang ausgebaut.“

Zum Vorlesen, mit Eltern, Großeltern, Erziehern oder Lehrern als Dolmetscher an der Seite des Kindes,  ist das Buch aber eine Bereicherung für das Bücherregal. Eben weil es viele Fragen aufwirft und damit sogar die Erwachsenen bisweilen herausfordert.

So erwischen sich die Eltern dabei, wie sie Online-Quellen und Geschichtsbücher durchforsten, um den Kindern ausführlich erklären zu können, wer dieser Adolf von Berg eigentlich war, der Düsseldorf die Stadtrechte verlieh.

Und schließlich ist auch das Rätsel um den lächelnden Löwen gelöst, der die Kinder durch jede einzelne der insgesamt 32 Seiten führt. Der kleine Bruder vom Bergischen Löwen, der noch darauf wartet, von den Kindern einen passenden Namen verliehen zu bekommen, hat nicht nur die Herzen der Kinder erobert, sondern kann sogar Platt sprechen.

Dass dank der tollen Bilder im Buch oder der Erklärungen der Erwachsenen auch etwas bei den Kindern hängen bleibt, zeigt der Ausflug in ein Städtchen nahe Düsseldorf ein paar Tage später.

Beim Anblick eines Kirchturms werden die Kinder plötzlich ganz ruhig. Dann ein Aufatmen, gefolgt von einem wissenden Augenaufschlag. „Ich dachte schon, dieser Turm sei auch schief. Aber das gibt es ja nur in Düsseldorf.“

Das Buch „Unser Düsseldorf“ von Anke Kronemeyer (Text) und Anke Zörmer (Illustrationen), ISBN 978-3-948417000, ist erschienen im Windy Verlag. Es kostet 18 Euro und ist auch als E-Book erhältlich.