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Digitalisierung: So funktioniert das digitale Angebote der Volkshochschule

Digitalisierung : So funktioniert das digitale Angebote der Volkshochschule

Virtuelle Klassenzimmer sollen den Unterricht in der Corona-Zeit sicherstellen. Fast täglich kommen neue Kurse dazu. Ab Mai sollen wieder Prüfungen stattfinden.

Die Einschränkungen durch die Corona-Krise haben nicht nur Schulen und Universitäten getroffen, auch in der Volkshochschule Düsseldorf dürfen seit dem 14. März keine Veranstaltungen stattfinden. Erst ab dem 4. Mai sollen zunächst die Teilnehmenden der Prüfungslehrgänge, deren Prüfungen Ende Mai stattfinden, wieder vor Ort unterrichtet werden, teilte die Stadt mit. In kleinen getrennten Lerngruppen und mit den entsprechenden Hygiene- und Abstandsregelungen. Die allermeisten Kurse sind von dieser Ausnahme nicht betroffen und werden vermutlich noch mindestens im gesamten Sommersemester nicht im Präsenzunterricht stattfinden können. Um den Unterricht bis dahin aufrechtzuerhalten, hat die Volkshochschule (VHS) eine digitale Unterrichtsoffensive gestartet. Zusätzlich zu bereits bestehenden Online-Angeboten können Dozenten und Kursteilnehmer nun über die Lernplattform der VHS in einem sogenannten „digitalen Klassenzimmer“ zusammenarbeiten. Weitere digitale Angebote seien außerdem in Planung, erklärt Michael Pottgießer, Fachbereichsleiter EDV bei der VHS. „Wir können die Präsenzveranstaltungen nicht 1:1 in Online-Kurse umwandeln“, sagt Pottgießer. Deshalb werden die alten Kurse unterbrochen und den Teilnehmern neue Online-Kurse angeboten. Das Angebot wird angenommen, sagt Pottgießer. „80 bis 90% der Teilnehmer nehmen das Angebot an“.

Eine der Teilnehmerinnen ist Frau Schmitz. Die 84-Jährige nimmt seit 1999 an Italienisch-Kursen an der VHS teil. Seit 2001 geht sie „jeden Donnerstag mit Begeisterung in den Kurs“ bei Paul Lukowiak im VHS-Gebäude am Bertha-von-Suttner-Platz. Seit März ist das nicht mehr möglich. Deshalb bietet Lukowiak seit zwei Wochen einen Online-Kurs an. Die Umstellung auf das digitale System ist Schmitz nicht schwer gefallen. „Wir haben es geschafft neun der elf Kursteilnehmer digital mobil zu kriegen“, sagt sie. Eine Anleitung zur Anmeldung gibt es auf der Lernplattform, über die auch schon vorher Lernaufgaben und Texte an die Teilnehmer verteilt worden sind. Bei Schwierigkeiten können sie auch telefonische Hilfe in Anspruch nehmen. Die Kursteilnehmer benötigen einen eigenen Computer, Tablet oder Smartphone, einen Internetzugang, ein Mikrofon und Lautsprecher und eventuell eine Webcam. „Ich habe das große Glück in meinem Haus einen Fachmann zu haben“, sagt Schmitz. Auch wenn sie „seit Jahren die Hausaufgaben und Übersetzungen für den Kurs mit dem Computer“ macht. Lukowiak ist auch „vollkommen begeistert“ von der Ergänzung zu seinem Unterricht. Die Leute seien auch glücklich, dass sie sich in der Corona-Zeit endlich wieder sehen – wenn auch nur über die Webcam.

In dem digitalen Klassenzimmer können Dozenten und Kursteilnehmer mittels Videokonferenz den Unterricht von zuhause aus durchführen. Online-Präsentationen und Funktionen wie das virtuelle Whiteboard – eine Art digitale Tafel – sollen das Lernen unterstützen. „Jeder hat es schnell gelernt“, sagt Schmitz. Lehrer Lukowiak schaltet das digitale Klassenzimmer von zu Hause aus, die Teilnehmer loggen sich ein. Auf dem Bildschirm können sich alle Teilnehmer sehen und auf der virtuellen Tafel kann der Lehrer Aufgaben stellen, Präsentationen oder Texte verschicken. Es dient als Ergänzung zu der bereits bestehenden digitalen Lernpalattform der VHS. Diese habe in den vergangenen Tagen „einen erheblichen Aufschwung erfahren“ teilte die Stadt mit. Aktuell werden die digitalen Kursangebote von etwa 350 Teilnehmern genutzt. Bisher hing die Nutzung aber vom Kursleitenden ab. Durch die Corona-Krise hat das System eine schnellere Verbreitung gefunden.

Zunächst werden nur Lehrgänge der Schulischen Weiterbildung angeboten. Hauptsächlich Sprachkurse (Deutsch, Italienisch, Französisch, Spanisch, Englisch). Außerdem wurden kurzfristig neue Kurse organisiert, die ausschließlich Online angeboten werden. Unter anderem „Home-Office: So gelingt es!“, „Zeitgemäße Bewerbungsunterlagen erstellen“ oder „Selbstpräsentation im Job-Interview optimieren“. Auch wenn sich nicht jedes VHS-Thema als Online-Kurs anbietet, kommen mittlerweile fast täglich neue Kurse hinzu. „Die Dozenten mussten sich aber auch erst in das System einarbeiten“, sagt Pottgießer. Kurse in kreativer Bildung, Theater oder Sport sind auch bald im digitalen Angebot.

Ein Ende der digitalen Lehre ist nicht abzusehen. „Wir planen aktuell auch ab dem Wintersemester mit Digitalkursen“, sagt Pottgießer. Frau Schmitz bleibt ihrem Italienisch-Kurs auf jeden Fall erhalten: „Solange ich atmen kann, nehme ich auch digital teil“.

Weitere Informationen zu den Kursinhalten, Terminen und Kosten gibt es online unter:

www.duesseldorf.de/vhs