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So bringen die neuen "Erlebnisguides" ihren Gästen Düsseldorf näher

Freizeit : Zwei, die Düsseldorf zum Erlebnis machen wollen

Kathy Endrigkeit und Philipp Nieländer führen als „Die Erlebnisguides“ durch die Altstadt. Sie wollen keine Zahlen, Daten und Fakten runterrattern, sondern Gruppen die Stadt mit lustigen Anekdoten näherbringen.

In einer Sache ist sich Kathy Endrigkeit ganz sicher. Wenn sie Ende März ihre ersten Gäste durch die Düsseldorfer Altstadt führt, ihnen Anekdoten über die Ecken und Gassen der Stadt, über Stadtgeschichte und berühmte Einwohner erzählt, wird ihre Oma Annemie von oben zuschauen und sich köstlich amüsieren. „Meine Oma hat auf der Wallstraße gewohnt. Sie war immer da, wo gefeiert wurde und hat morgens um fünf Uhr die Stühle in der Kneipe mit hochgestellt“, sagt sie. „Meine Oma wäre sehr stolz auf uns.“

Die Idee kam den beiden nach einem Hamburg-Städtetrip

Die 36-Jährige und ihr Lebensgefährte Philipp Nieländer haben das Start Up „Die Erlebnisguides“ gegründet. Sie wollen Paaren, Familien, Junggesellen und feierfreudigen Mädels ihre Stadt zwischen Altstadt und Königsallee zeigen. „Und das auf einer Tour, bei der Spaß im Mittelpunkt steht“, betont Philipp Nieländer. „Wir laufen nicht vorneweg und rattern Jahreszahlen runter. Denn diese Infos hat man dann sowieso ganz schnell wieder vergessen“, sagt er. „Wir erzählen passend zum Motto der Tour  kleine Geschichten und Anekdoten, die hängenbleiben. Und wir hetzen auch nicht durch die Stadt, sondern machen immer wieder Station. Mal bei einem Bier, mal bei einem echten Düsseldorfer Bützchen oder bei einer Currywurst.“

Die Idee dazu kam den beiden auf der Rückreise von einem Hamburg-Städtetrip. Dort hatten sie an verschiedenen Führungen teilgenommen. „Wir haben festgestellt, dass es  da große Unterschiede gibt. In der Art, wie die jeweiligen Guides auf die Gäste eingehen, aber auch wie die Touren gestaltet sind“, sagt Nieländer. „Und wir philosophierten darüber, dass es in Düsseldorf zwar viele klassische Stadtrundgänge durch verschiedene Viertel gibt, aber nur wenige gruppentaugliche Thementouren.“ Kurz bevor der Zug in den Düsseldorfer Hauptbahnhof einfuhr, war die Idee der Erlebnisguides geboren.

Das war im August. Seitdem haben Kathy Endrigkeit und Philipp Nieländer an ihren fünf  verschiedenen Thementouren gefeilt. Neben ihren Jobs. Endrigkeit arbeitet im sozialen Bereich, Nieländer als Redakteur. Darüber hinaus sind beide noch als Guides von Segwaytouren tätig. „Da konnten wir lernen, was einen guten Tourführer ausmacht. Innerhalb der ersten fünf bis zehn Minuten weiß man, mit welcher Gruppe man es zu tun hat und muss darauf reagieren. Man kann nicht einmal sein Programm runterrasseln“, sagt Nieländer.

 Die beiden Düsseldorfer haben sich unter anderem eine „süße Leckertour“ ausgedacht. Diese führt die Gruppe vom Carlsplatz an Cafés, Eisdielen und Confiserien vorbei zur Königsallee. Neben jeder Menge Kalorien gibt es an mindestens sieben Stationen Anekdoten, Altstadt- und Kö-Geschichten. So zum Beispiel über Jan Wellem: „Er war in Wahrheit ein kleines Dickerchen“, sagt Endrigkeit und lacht herzhaft. „Er war 1,60 Meter groß und wog mehr als 100 Kilo. Also ist das Reiterstandbild am Rathaus  quasi die historische Variante von Fotomanipulation.“

Wer gerne knobelt und trinkt, ist bei der Rätseltour richtig. Die Story: In der Düsseldorfer Altstadt ist gepanschtes Altbier aufgetaucht. Laboruntersuchungen haben ergeben, dass es sich um gefärbtes Kölsch handelt. Ein Ermittler ist den Panschern dicht auf den Fersen, dann verschwindet er spurlos. „Die Tourguides müssen helfen, den Fall zu lösen. Und dabei in einigen Kneipen einkehren und  das Bier testen — natürlich aus ermittlungstaktischen Gründen“, sagt Nieländer. Dabei erfahren die Teilnehmer Wissenswertes über das Altbier und die Hausbrauereien.

Touren für „Tussis“ und
„harte Kerle“

Promillehaltig ist auch die „Harte-Kerle-Tour“, bei der neben einem Besuch im Uerige auch Schweinebrötchen und Killepitsch als Punkte auf dem Programm stehen. Nach drei Stunden endet die Tour auf der Bolker Straße. „Dann können die Jungs ohne uns weitermachen“, sagt Nieländer. Für Junggesellinnenabschiede oder andere Mädelsgruppen gibt es das Ganze in Pink: Mit Cupcake, Partyshot und Hugo in der Dose werden die Teilnehmerinnen auf die Partynacht vorbereitet. Alle Touren dauern zwischen zweieinhalb bis drei Stunden und kosten zwischen 39 und 44 Euro, inklusive alkoholischer Getränke und Snacks.

In zwei Wochen startet die erste Tour. „Wir können es kaum erwarten“, sagt Kathy Endrigkeit. „Was kann es Besseres geben, als mit Leuten, die Spaß haben wollen, einen  tollen Tag in unserer Lieblingsstadt zu verbringen?“ Und auch wenn die 36-Jährige als Erlebnisguide den Überblick behalten muss und nicht jedes Glas Bier mittrinken kann, „meine Oma da oben im Himmel, die schaut zu und trinkt kräftig mit.“

Infos zu den Touren unter

www.erlebnisguides.de