Singpause: 20 Minuten für die Stimme

Singpause: 20 Minuten für die Stimme

Grundschule: Die Kinder an der Rolandstraße haben zweimal pro Woche Singpause. Am 12.Mai treten sie in der Tonhalle auf.

Düsseldorf. So viel Aufmerksamkeit wie Annette Müller von den Mädchen und Jungen der Rolandschule bekommt, würde sich manch’ ein Lehrer vielleicht wünschen. Wenn sie in die Klasse kommt, ist erst alles mucksmäuschenstill. Dann, auf ein Handzeichen, geht es los: Die ganze Klasse beginnt zu singen. Denn wenn Müller montags und donnerstags in der Grundschule von Klasse zu Klasse zieht, haben die Schüler 20 Minuten lang Singpause.

Das Projekt zur musikalischen Erziehung von Grundschülern wurde 2006 in fünf Grundschulen ins Leben gerufen. Mittlerweile sind 41 Schulen mit insgesamt 8800 Schülern bei dem Kooperationsprojekt von Städtischem Musikverein, Kultur- und Schulverwaltungsamt dabei. Mit ausgebildeten Sängern wie Annette Müller machen die Schüler Übungen zur Stimmbildung und singen Lieder auf verschiedenen Sprachen.

Die Rolandschule ist von Anfang an dabei. Und Schulleiterin Monika Pohl ist von dem Projekt überzeugt: "Nicht nur, dass die Schüler im Unterricht ausgeglichener sind. Die Singpause fördert auch die Integrationsfähigkeit und das Sozialverhalten der ganzen Klasse. Da sind Kinder mit vollem Einsatz dabei, die in anderen Bereichen vielleicht Defizite aufweisen." Das hat auch Annette Müller beobachtet: "Die Kinder freuen sich, weil sie mit den Stimmübungen etwas lernen, was die Erwachsenen nicht unbedingt können. Viele bringen es ihren Eltern bei."

Finanziert wird das Projekt aus dem Kulturetat, aus Mitteln des offenen Ganztags und aus Spenden. Die Kosten für 2010 betragen 422000 Euro, das sind etwa 47 Euro pro Kind. " In diesem Jahr haben wir 130000 Euro von privaten Spendern erhalten. Das zeigt, wie gut und erfolgreich das Projekt ist", sagt Kulturdezernent Hans-Georg Lohe.

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