Sexuelle Gewalt: „Viele Opfer schämen sich und geben sich die Schuld“

Sexuelle Gewalt: „Viele Opfer schämen sich und geben sich die Schuld“

Polizistin Annette Becker macht auf die Möglichkeit der vertraulichen Spurensicherung aufmerksam.

Düsseldorf. Mit einer Vergewaltigung selbst fertig zu werden, das ist unmöglich. „Verdrängen geht nur für eine gewisse Zeit. Man sollte wenigstens zu einer Beratungsstelle gehen“, empfiehlt Annette Becker vom Kommissariat Vorbeugung. Mädchen können sich an ProMädchen, Erwachsene an die Frauenberatungsstelle wenden.

Aus ihrem Berufsalltag weiß Becker, dass die wenigsten Vergewaltigungsfälle im Nahbereich (Familie, Bekanntenkreis) zur Anzeige gebracht werden. „Die Frauen schämen sich und geben sich die Schuld.“ Für solche Fälle gibt es die vertrauliche Spurensicherung bei der Rechtsmedizin. Deren Ergebnisse können auch zu einem späteren Zeitpunkt für einen Prozess relevant sein.

Wenn Gefahr im Verzug ist, rät Becker Frauen, nichts unversucht zu lassen. Sitzt man mit dem Täter im Auto, sollte man klar Stellung beziehen. „Auch den Täter in ein Gespräch zu verwickeln, kann funktionieren.“ Befindet sich der Täter in der Wohnung, sollte die Frau versuchen, zu fliehen. ads

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