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Serie: Fünf Tipps für neue Lieblingsrestaurants in Düsseldorf

Gastronomie : Fünf Tipps für neue Lieblingsrestaurants in Düsseldorf

Dieses Mal empfiehlt die Redaktion Gastronomien aus einer besonderen Kategorie: Aus der der persönlichen Favoriten. Natürlich ganz subjektiv.

Essen – das müssen wir alle, noch besser aber ist es, wenn wir es gerne tun und es richtig gut schmeckt. Deshalb widmet unsere Redaktion sich subjektiven Restaurant-Empfehlungen unter unterschiedlichen Gesichtspunkten. Dieses Mal: Fünf ganz subjektiv ausgewählte Lieblingsrestaurants.

Arabesq Ganz klar: Das Ambiente des Arabesq im alten Jägerhaus an der Ludenberger Straße fließt stark in die Bewertung eines Besuchs in diesem Restaurant mit ein. Was nicht heißen soll, dass das Essen für sich nicht überzeugen könnte. Aber die hohen Decken, die Mosaike an Decken und Wänden, die verzierten Lampen und die mit Kissen versehenen Sitzbänke schaffen schon ein besonderes, orientalisches Flair. Die reguläre Speisekarte ist (zum Glück) relativ übersichtlich. Unbedingt sollten hier die verschiedenen Vorspeisen, die Mazza bestellt werden. In den verschiedenen 3-Gänge-Menüs (30 bis 43 Euro) sind sie natürlich enthalten, einzeln kosten sie 13,50. Vor dem Gast wird dann ein Mosaik aus den unterschiedlichsten Pasten und Salaten aufgebaut, dazu gibt es natürlich Brot. Als Hauptgang gibt es zum Beispiel rosa gebratenes Thunfischsteak (120 Gramm: 19 Euro; 200 Gramm: 23 Euro) ummantelt von Weinblättern auf Couscous-Salat. Lang geschmortes Lammschulterfleisch wird mit arabischem Gemüsereis und warmer Safran-Joghurt-Sauce oder würziger Gemüse-Tomaten-Sauce serviert (26 Euro). Die gleichen Beilagen werden auch zur filetierten Hähnchenkeule (18 Euro) gereicht.

Wer sich nach dem Essen gerne besonders entspannen möchte: Im Untergeschoss gibt es eine Salzgrotte. Und: Sonntags gibt es hier auch ein sehr gutes arabisches Frühstück (18 Euro inklusive Kaffee). Allerdings eher für Spätaufsteher. nel

Arabesq, Ludenberger Straße 1, geöffnet Montag bis Sonntag von 17 bis 24 Uhr, Samstag von 12 bis 24 Uhr und Sonntag von 11 bis 24 Uhr. Telefon 0211/61855181.

Noa Foodbar Dieses Lieblingsrestaurant ist nicht deshalb eines, weil man hier ein Lieblingsgericht haben könnte. Denn dafür ist Chef Murat Avcioglu Abwechslung zu wichtig. Alle zwei Wochen ändert er die kleine Karte, nur das selbstgemachte Sauerteigbrot und die Dips bleiben drauf. Ansonsten ist alles möglich, selbst Klassiker wie Spaghetti Carbonara oder aktuell ein Pot au feu (14 Euro) gibt’s dann, aber auch eigene Kreationen wie ein Dry Aged Roastbeef mit Chicorée Kimchi, Koriandermayo, Hasselback Kartoffel (20 Euro). Man merkt schon, ein asiatischer Einschlag darf es gerne mal sein.

Wenn also auf etwas Verlass ist, dann auf das Überraschende. Denn selbst die Klassiker warten oft mit unerwarteten Geschmacksnoten auf. Ach ja, eine weitere Konstante gibt es: Sehr lecker ist es stets bei Murat Avcioglu. Der Mann weiß einfach, was er macht. So war er schon Küchenchef im Weinhaus Tante Anna und zuletzt im D‘Vine, kochte im Berens am Kai, in der Brasserie Stadthaus und war Sous-Chef im Victorian, als es noch einen Stern hatte. Nun macht Avcioglu seit zwei Jahren sein eigenes Ding. Locker geht es zu bei ihm, die Baratmosphäre lädt dazu ein, nach dem Essen länger sitzen zu bleiben, einen weiteren Drink zu nehmen, vielleicht ein paar entspannten (leisen) Hip-Hop-Klängen zu lauschen. Und das alles zu einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis. Wasser und Popcorn kommen übrigens gleich zu Anfang gratis auf den Tisch, auch ansonsten ein sehr netter und aufmerksamer Service. ale

Noa Foodbar, Martinstraße 11, Unterbilk, geöffnet: Dienstag bis Donnerstag 17 bis 0 Uhr, Freitag + Samstag 17 bis 1 Uhr, Küche bis 23 Uhr, keine Reservierungen.

Suzie Q. Ein besseres Kompliment als „Das schmeckt ja wie zu Hause“ kann man eigentlich nicht bekommen. Doch genau diesen Satz sagte vor kurzem ein vietnamesischer Besuch. Und tatsächlich, im Suzie Q an der Flurstraße schmeckt es wie in Süd-Vietnam, denn in der Gegend rund um Saigon wird nämlich deutlich weniger scharf gekocht als im Norden um Hanoi. Und es wird auch mehr naturbelassen gekocht, mit vielen frischen Kräutern wie Koriander oder Zitronengras. Außerdem trifft die Bezeichnung „klein und gemütlich“ auf das Suzie Q. zu 100 Prozent zu. Denn mit 37 Sitzplätzen ist das Restaurant sehr klein. Daher sollte man besser vorbestellen. Die Einrichtung kommt größtenteils aus Vietnam und die roten Kugellampen sorgen für ein gemütliche Atmosphäre.

Empfehlenswert ist die Vorspeisenplatte mit diversen Köstlichkeiten, verschiedenen Saucen, Gemüse und Reisnudeln für zwei Personen für 9,90 Euro. Die Entenbruststreifen mit Ananas, rotem Chili, Mini-Maiskolben, Wasserkastanien und Koriandergrün in einer leicht scharfen Kokossauce mit Reis kosten 13.90 Euro. Der Mittagstisch (von 12 bis 15 Uhr) begintt bei 4,50 Euro.

Suzie Q., Flurstraße 19, geöffnet von Montag bis Sonntag von 12 bis 23 Uhr, Telefon 0211/96666803.

Pizzeria Pesto da Fabio Wer hierher kommt, kann sich fühlen wie in einem französischen Bistro: Es ist eng, es ist laut, aber das Essen ist natürlich italienisch-mediterran. Pasta gibt es in einigen Variationen, auch die Salate gehen gut, aber die Hauptrolle spielen bei Fabio selbstverständlich die Pizzen. Und die kann man nicht besser bekommen als hier, wenn man auf Pizzen mit hauchdünnem Boden und gerade so viel Belag steht, dass der Teig sich kaum durchbiegt. Die einfache Margherita gibt es schon für gut fünf Euro, die mit Coppa und Radicchio kostet 8,50 Euro. Vorweg bekommt der Gast immer frische Pizzabrötchen mit Öl, köstlich. Klar sind italienisches Bier (Peroni) und italienische Weine im Angebot. Es gibt so wenige Plätze, dass man vielleicht reservieren sollte, doch für Zwei reicht der Platz fast immer. Im Sommerhalbjahr sitzt man lieber draußen an der Straße und lässt das Leben an sich vorbeirauschen.  li

Pizzeria Pesto da Fabio, Pionierstraße 54, Montag bis Freitag 12 bis 14.30 Uhr und 17.30 bis 22 Uhr, Samstag 17 bis 22 Uhr, Telefon 0211/3885872.

Nagaya Es gibt diese ganz seltenen Momente, in denen man mit seiner Begleitung nach dem Essen über das Essen so spricht, als würde man gerade mit verteilten Rollen eine Gedicht vortragen. Diesen Moment haben mir in meinem Leben bisher zwei Restaurants geschenkt, eines davon befindet sich in Düsseldorf: das Nagaya an der Klosterstraße in Stadtmitte. Die ersten Verse der späteren Hymne dichteten wir über den Service, der trotz des Michelin-Sterns, der gehobenen Preise und des entsprechenden Publikums mit einer Leichtigkeit, Souveränität und Humor durch den Abend führte, wie wir es noch nie erlebt haben. Die übrige Poesie war dann ganz dem Menü gewidmet: den Gängen in den Gängen, den Verbindungen dazwischen, dem Fleisch, das wir mit jedem Bissen immer noch langsamer gekaut haben, in der Hoffnung, dass es nie aufhört, und einem Sushi, nach dem wir den Eid ablegten, nie wieder woanders Sushi zu essen oder es auch nur so zu nennen. Das Menü hat wirklich einen stolzen Preis, es gibt die hier besungenen Gerichte aber auch à la carte. che

Nagaya, Klosterstraße 42, Telefon 0211 8639636, Küchenzeiten: Dienstag bis Samstag 12 bis 14 Uhr und 19 bis 22 Uhr.