Seltenheit Einser-Abiturient aus Düsseldorf schafft volle Punktzahl

Düsseldorf · David Jacob hat am Görres-Gymnasium die bestmögliche Punktzahl erreicht. Einen Corona-Makel oder -Bonus sieht er nicht.

 David Jacob hat am Görres-Gymnasium das Abitur mit 900 von 900 Punkten abgeschlossen – als sein Erfolgsrezept bezeichnet er eine angeborene Neugier, Disziplin und Fleiß.

David Jacob hat am Görres-Gymnasium das Abitur mit 900 von 900 Punkten abgeschlossen – als sein Erfolgsrezept bezeichnet er eine angeborene Neugier, Disziplin und Fleiß.

Foto: Bretz, Andreas (abr)

Offiziell prangt auf David Jacobs Abiturzeugnis eine Durchschnittsnote von 1,0. Doch selbst dieses exzellente Prädikat wird dem frischgebackenen Abiturienten des Görres-Gymnasiums mit Blick auf die einzelnen Benotungen nicht gerecht. Nahezu in jedem einzelnen Kurs und in jedem einzelnen Quartal wurde Jacob mit der Höchstpunktzahl 15 bewertet. In Summe ergibt dies außergewöhnliche 900 von 900 erreichbaren Gesamtpunkten und damit rein rechnerisch sogar einen Schnitt von 0,66. „Ich denke, das werde ich so auch auf meinen Lebenslauf schreiben“, zeigt sich der 18-Jährige selbstbewusst.

Dass Abiturienten an der Höchstpunktzahl kratzen, kommt in jedem Jahrgang schon einmal vor. Doch für gewöhnlich gibt es darunter das ein oder andere Fach, in dem sich die entsprechenden Schüler auch einen kleinen Ausrutscher erlauben. Bei Jacob war es der Sport-Grundkurs, in dem es zweimal „nur“ zu 13 Punkten reichte. Doch in Nordrhein-Westfalen ermöglicht eine Regelung, unter bestimmten Fach-Konstellationen einige schlechtere Wertungen aus der Endnotenberechnung auszuschließen. Zumal Jacob in den restlichen Quartalen auch in Sport wieder die höchste Benotung erreichte. „Dabei kam mir die Corona-Pandemie sogar ein wenig entgegen, wodurch unser Sportkurs lange Zeit nur theoretisch abgehalten wurde. So habe ich die Note mit einigen Referaten aufwerten können.“

Ansonsten dürften Fleiß und eine angeborene Neugier für jedes Unterrichtsthema die Grundzutaten von David Jacobs Erfolgsrezept sein. „Ob die Elektrolyse in Chemie, Analysis in Mathe oder die Texte von Ovid im Lateinunterricht. Mich hat eigentlich jedes Thema immer interessiert. Das ist irgendwie ein glücklicher Fall, den ich selbst nicht erklären kann“, sagt er. Auch Disziplin und ein gewisser Ehrgeiz dürfen nicht fehlen. Schon Wochen im Voraus bereitete sich der Abiturient mehrere Stunden am Tag mit eigenen Lernplänen auf die Klausurenphasen vor. „Ich hatte mir das Ziel gesetzt, besser als 1,0 zu schaffen. Nun bin ich natürlich super stolz, dass sich der ganze Aufwand gelohnt hat“, sagt er.

Mottowoche konnte halbwegs
feierlich begangen werden

Noch deutlicher wird diese Leistung vor dem Hintergrund der strapazierenden Gegebenheiten, die sein vergangenes Schuljahr begleiteten. „Ohne seine Freunde sehen zu können, fehlte einem oft der Ausgleich. Das war schon sehr belastend“, sagt Jacob. Immerhin die Mottowoche konnte halbwegs feierlich begangen werden und auch eine Mallorca-Abschlussfahrt hat er mit seinen Freunden gerade hinter sich. Gleichzeitig betont er, trotz der Krise ein ganz reguläres Abitur absolviert zu haben. „Weder sollte dies als Makel gelten, noch irgendwie von den Unis oder Arbeitgebern höher bewertet werden. Das wäre für manche Schüler auf die ein oder andere Weise unfair. Am Ende haben wir ein ganz normales Abitur gemacht“, resümiert der Löricker.

Eine Wertung, die zumindest bei ihm nicht ganz zutrifft. Denn das Studium kann er sich nun an seiner Wunschuniversität aussuchen. Latein, sein Lieblingsfach und Leistungskurs am Görres-Gymnasium, wird es allerdings nicht werden. Stattdessen soll es Betriebswirtschaftslehre in Mannheim sein, da dort auch ein Auslandsaufenthalt fest im Curriculum integriert ist. „Den Master würde ich dann gern ganz in Spanien oder Lateinamerika absolvieren. Eine neue Sprache würde mich reizen.“ Unabhängig davon will er sein Mandat im städtischen Jugendrat aber bis zum Ende im kommenden Jahr erfüllen. „Düsseldorf bleibt meine Heimat und bei wichtigen Entscheidungen die Interessen meiner Generation zu vertreten, macht mir Spaß.“

Zunächst einmal freut sich Jacob jedoch auf die Dinge, die in den vergangenen Monaten viel zu kurz kamen. „Eine Partie Squash habe ich ewig nicht mehr spielen können. Aber sonst mache ich die nächsten zwei Monate wenig bis gar nichts. Höchstens spät aufstehen und den freien Tag genießen“, sagt er grinsend.

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