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Second Life: Die Menschen hinter den Pixeln

Second Life: Die Menschen hinter den Pixeln

Benutzer der Internetwelt treffen sich erstmals in Deutschland. Die Initiatoren sind selbst begeisterte Second-Life-Pioniere.

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p class="text"><strong>Düsseldorf. Die Parallelwelt "Second Life" (engl. "Zweites Leben") existiert nur im Internet. Sieben Millionen Einwohner, tummeln sich auf virtuellen Inseln, entwerfen imposante Gebäude und schrille Klamotten oder tanzen an lauschigen Stränden. Hinter jedem digitalen Bewohner - Avatar genannt - steht ein realer Mensch. Jetzt wollen zwei Düsseldorfer erstmals in Deutschland die Menschen hinter den Avataren zusammenbringen: Am letzten Septemberwochenende heißt es in Düsseldorf "Second Life meets Real Life".

So unterschiedlich die Menschen, so individuell
sind auch die Avatare

Thomas Woywod ist Geschäftsführer einer Werbeagentur und besitzt gleich zwei Avatare. "Ich bin eine gespaltene Persönlichkeit, habe einen fürs Geschäft und einen fürs Private. Den fürs Geschäft habe ich aber jünger gemacht, als ich in Wirklichkeit bin ", erklärt er. "Ich habe nur einen für beides. Ich finde es schwierig genug, ich selbst zu sein", sagt der Multimediaagentur-Gründer Mark Lambertz (links) und lacht. Er hat seinen Avatar mit seinem echten Gesicht ausgestattet. Zu schwarzen Hütchen und mafiamäßigen Anzügen neige er im realen Leben aber nicht. Warum ein Treffen im "Real Life" - dem wirklichen Leben? Der 36-jährige Lambertz (36) erklärt: "Wir wollen die Anwender, die Händler und die Entwickler von Second Life (SL) zusammenbringen." Teilnehmen darf jeder. "Wir wollen den Eintritt möglichst niedrig zu halten", versichert der 54-jährige Woywod. Er hat unter anderem die Messe Online-Marketing-Düsseldorf initiiert. Die Veranstalter haben sich einen besonderen Clou für das Treffen einfallen lassen: Die Teilnehmer dürfen auch mit "Linden-Dollars", dem virtuellen SL-Geld, bezahlen. Das Pixelgeld kann in harte Währung umgewandelt werden: 270 "Linden-Dollars" sind zurzeit etwa einen Euro wert.

Im SL lässt sich also echtes Geld verdienen. Die Agenturen von Lambertz und Woywod etwa sind beim amerikanischen SL-Entwickler Linden Lab als Entwickler registriert. Sie designen virtuelle Gebäude und Werbeauftritte für Firmen. Darum kann man ihre Avatare in der künstlichen Welt häufig treffen.

In Form der künstlichen Abgesandten verbringen die beiden auch privat viel Zeit im "zweiten Leben". Was fasziniert sie? "Der Gegensatz zu den klassischen Medien reizt uns", sagt Lambertz. Linden Lab stelle lediglich die Plattform bereit, die Welt wird von den "Bewohnern" geschaffen. "Das ist wie bei Wetten Dass???, da machen auch die Benutzer die Inhalte."