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Schwimmbad Düsseldorf-Benrath: Dachbrand verzögert Fertigstellung​

Derzeit werden noch Wasser- und Brandschäden behoben : Dachbrand verzögert die Fertigstellung vom Kombibad

Derzeit läuft an der Baustelle der Bädergesellschaft an der Regerstraße noch die Schadensaufnahme und -behebung. Einen Öffnungstermin des neuen Kombibades gibt es wegen der unklaren Energieversorgungslage auch noch nicht.

Als im Februar 2019 die Benrather Abschied von ihrem alten Hallenbad an der Regerstraße nahmen, gingen alle davon aus, dass Ende 2021 die Neueröffnung des Mehrgenerationenbades gefeiert werden könnte. Doch inzwischen ist die Mitte des Jahres 2022 überschritten und einen Öffnungstermin gibt es noch nicht. Der war zuletzt auf Ende 2022 avisiert. Und selbst ein Fertigstellungstermin existiert noch nicht, auch wegen des Brandes am Dach vom 24. Juni.

Sparzwänge könnten den
Betrieb weiter verschieben

Wegen der unsicheren Lage der Energieversorgung im kommenden Winter und Frühjahr kann es sogar sein, dass das Bad in einigen Monaten zwar fertiggestellt ist, es aber aus Sparzwängen noch nicht in den Betrieb geht. Christoph Schlupkothen, Chef der städtischen Bädergesellschaft, verweist bei einem Baustellentermin darauf, dass bei einer möglichen Rationierung von Energie vorrangig die Bäder geöffnet bleiben sollen, in denen eine Schwimmausbildung stattfindet, dazu gehören das Rheinbad, das Allwetterbad und Niederheid.

 Aktuell werden die Trapezbleche in der Dachkonstruktion daraufhin überprüft, ob sie bei dem Brand am 24. Juni beschädigt wurden.
Aktuell werden die Trapezbleche in der Dachkonstruktion daraufhin überprüft, ob sie bei dem Brand am 24. Juni beschädigt wurden. Foto: Bretz, Andreas (abr)

Bäder-Betriebsleiterin Dagmar Ringes-Faßbender arbeitet seit 35 Jahren bei der Bädergesellschaft und hat in der Zeit schon einige Bau-Projekte abgewickelt, zuletzt den Umbau in Niederheid und anschließend die Fertigstellung des Bades in Oberkassel. Nun hat sie ein Auge auf die Baustelle in Benrath. Und das ist nötig. Denn wer hätte schon beim Baustart gedacht, dass erst eine Pandemie die Weltwirtschaft ausbremst und dann ein Krieg mitten in Europa folgt - alles mit massiven Auswirkungen auch auf die Baubranche. So musste beispielsweise der bauleitende Architekt Insolvenz anmelden. Kaum war ein neuer gefunden, kam es dann zum Dachbrand am 24. Juni. 

 Christoph Schlupkothen ist der Chef der Düsseldorfer Bädergesellschaft.
Christoph Schlupkothen ist der Chef der Düsseldorfer Bädergesellschaft. Foto: Bretz, Andreas (abr)

An jenem Freitag hatte es vormittags viel geregnet. Weil eine Baufirma wohl vergessen hatte, ein Loch für eine Kernbohrung abzudecken, lief Wasser ins Gebäude. Die Firma wurde von der Bädergesellschaft aufgefordert, das Loch zu schließen, bei den dazu notwendigen Schweißarbeiten kam es zu dem Feuer, das eine Dachfläche von rund 25 Quadratmetern stark beschädigte. Die Dachhaut musste geöffnet und das Dämmmaterial erneuert werden. Derzeit wird überprüft, ob die im Dach eingebauten Trapezbleche beschädigt wurden.

Im Obergeschoss laufen seit Ende Juni rund um die Uhr Bautrockner, um unter den Estrich gelaufenes Wasser herauszuziehen. „Wir sind also immer noch bei der Schadensaufnahme und -behebung“, sagt Bäderchef Christoph Schlupkothen. Wann dieser Prozess abgeschlossen sein wird, kann er derzeit noch nicht sagen: „Ich kann derzeit keinen belastbaren Zeitrahmen für die Fertigstellung des Bades nennen“, sagt er: „Aber so viel: Alle arbeiten weiter mit Hochdruck an der Fertigstellung.“ Auch, ob der bewilligte Finanzrahmen von rund 30 Millionen Euro durch den Stadtrat ausreichen wird, kann Schlupkothen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verlässlich sagen.

Doch eines weiß er: „Die Benrather bekommen ein tolles Bad.“ Im Eingangsbereich wird der Delfin-Brunnen aus dem alten Bad aufgebaut. Zentral im Hallenbad liegt das 25-Meter-Becken mit sechs Bahnen. Das gesamte Bad ist barrierefrei zu erreichen, auch der große Gymnastikraum im Obergeschoss.

Unklar ist noch, wie die Zukunft des Sole-Beckens aussieht. Denn das liegt außen und soll warmes Wasser haben und das würde Energie einfach so verdampfen.

Eine Einhausung des Beckens würde mehrere Millionen Euro kosten, sagt Schlupkothen. Da das Bad aber auch ohne Sole-Becken in den Betrieb gehen kann, ist das jetzt erstmal der Plan.

Und vielleicht öffnet ja im Sommer 2023 schonmal wenigstens das Freibad. Eine Solarthermie sorgt hier dafür, dass die Wasser-Temperaturen auch bei einer anhaltenden Energiekrise für die Besucher aushaltbar sind.