Schweinegrippe: Stadt gibt kein Geld für das Testzentrum

Schweinegrippe: Stadt gibt kein Geld für das Testzentrum

Die Entscheidung der Kassenärztlichen Vereinigung am Freitag empört viele: Düsseldorf will aber keinesfalls als Geldgeber aushelfen.

Düsseldorf. Es wird keine ausgelagerte Praxis der niedergelassenen Ärzte für Schweinegrippen-Tests im alten Benrather Krankenhaus geben. Die Entscheidung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) am Freitag löst bei der Stadtspitze und den Gesundheitsexperten aller großen Fraktionen im Stadtrat Empörung aus. "Wir bedauern diese Entscheidung sehr", sagt Oberbürgermeister Dirk Elbers.

Gleichzeitig bestärkt er den Chef des Gesundheitsamts. "Wir sind sehr froh, dass wir in dieser Situation Professor Schneitler haben." Dennoch werde die Stadt keinesfalls als Geldgeber auftreten, um das geplante Zentrum im Süden der Stadt doch noch ans Laufen zu bekommen. "Wir können nicht alles stemmen."

Auch die Opposition im Rathaus hat wenig Verständnis für die Entscheidung der KV. "Da gehen Finanz- wieder mal vor Patienteninteressen, das finde ich unmöglich", sagt Kurt Hahn, Gesundheitsfachmann bei der SPD. Die Verantwortung dafür liege allein bei der KV und sei von der Düsseldorfer Politik im Moment auch nicht rückgängig zu machen. "Ich kann mir aber vorstellen, dass wir bald eine politische Initiative für das Testzentrum starten werden."

Auch Susanne Ott, die für die Grünen im städtischen Gesundheitsausschuss sitzt, würde das Zentrum begrüßen. Möglicherweise hätte es Modellcharakter für andere Städte. "Ich könnte mir vorstellen, dass es sich als eine Art Gesundheitszentrum für Spezialthemen etabliert hätte."

Gewohnt deutliche Worte findet die Fraktionschefin der FDP, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, ebenfalls Mitglied im Gesundheitsausschuss. "Eine katastrophale Entscheidung, ich bin entsetzt." Zumal niedergelassene Ärzte ihre Mitarbeit im Zentrum sehr deutlich signalisiert hätten. Mit Hinblick auf die Probleme bei der Finanzierung (siehe Kasten) fragt sich Strack-Zimmermann: "Eine lächerliche Diskussion. Lebt die KV eigentlich auf dem Ulla-Schmidt-Planet?"

Im NRW-Gesundheitsministerium nimmt man die Entscheidung eher gelassen auf. Das sei letztlich eine Sache der KV und der Stadt Düsseldorf. "Das wollen wir nicht kommentieren."

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