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Schwarz und Weiß im neuen Licht

Schwarz und Weiß im neuen Licht

Das Museum Kunstpalast geht mit Ausstellungen zu Rembrandt, Ingres und Ophey ins nächste Jahr.

Felix Krämer, der neue Generalintendant im Museum Kunstpalast, gibt das Programm für das kommende Jahr zumindest bis September bekannt. Alle Positionen wurden noch unter seinem rührigen Vorgänger Beat Wismer organisiert, darunter eine Zusammenarbeit mit der Nationalgalerie in London für die Ausstellung „Black & White“. Was Krämer selbst plant, will er erst am 17. Januar preisgeben.

Das neue Jahr startet mit der „Großen Düsseldorfer“ ab 28. Januar, wobei der Preis der Künstler an die Enkaustik-Künstlerin Sybille Patscheck geht. Am 3. Februar wird die junge Düsseldorferin Morgaine Schäfer ausgezeichnet. Die Absolventin der Kunstakademie erhält den Ehrenhof-Preis und wird sich mit einer Serie von Fotos vorstellen.

Die Studenten vom Eiskellerberg sind in der Regel weniger neugierig als erwartet. Sie gehen am liebsten mit ihrem Professor am Händchen in den Ehrenhof. Um dies zu ändern, startet das sogenannte Rembrandt-Experiment. Der berühmte Niederländer schuf über 360 Radierungen, von denen in Düsseldorf 230 Blätter überwiegend aus dem Bestand der Kunstakademie betreut werden. Diese Kostbarkeiten will die Kuratorin Sonja Brink nicht einfach ausstellen. Vielmehr soll sich die jüngere Generation damit auseinandersetzen und ihre Ergebnisse auch zeigen (ab 9. März).

„Schwarz und Weiß“ mag als Motto im Zeitalter der Buntheit weltfremd erscheinen. Doch Künstler „ticken“ nun einmal anders. Die monochrome Malerei findet sich seit dem Mittelalter, sei es als Grisaille auf Glas oder als „Raum für eine Farbe“ von Olafur Eliasson. Wie gewaltig die visuelle Kraft dieser „Unfarben“ ist, lässt sich ab 22. März in 50 hochkarätigen Werken ablesen. Sie stammen von alten Meistern wie Mantegna, Rubens, Tiepolo oder Degas und treffen sich mit Künstlern der Moderne wie Gerhard Richter, Marlene Dumas und Bridget Riley. Ein Höhepunkt dieser radikalen Kunst ist die schöne „Odalisque in Grau“, gemalt vom französischen Klassizisten Jean-Auguste-Dominique Ingres.

Einen Vorgeschmack auf die Retrospektive zum hundertjährigen Jubiläum des „Jungen Rheinland“ im Jahr 2018 gibt die Ausstellung von Walter Ophey (ab 15. September). Seit über 60 Jahren befindet sich der Nachlass dieses Pioniers der Moderne im Kunstpalast. Imke Pehle, Nachfahrin des mit Ophey verschwägerten Bildhauers Albert Pehle, mahnte diese Ausstellung schon vor fünf Jahren an. Der Umgang mit dem 1930 verstorbenen Maler und Zeichner aus Düsseldorf-Oberkassel ist ein Trauerspiel. Seine Witwe Bernhardine Ophey rettete unter größten persönlichen Entbehrungen den Nachlass ihres Mannes über den Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg hinweg. 1954 ging er bis auf wenige Werke an das damalige Kunstmuseum. Dafür bekam die Witwe eine geringe Leibrente von monatlich 350 DM, die nie angepasst wurde. Als die Witwe 1968 verstarb, war sie völlig verarmt und musste zuletzt von ihrem Neffen Georg Pehle unterstützt werden. Das Kunstmuseum aber gab einen Teil der Bilder ans Stadtmuseum. Wie Stefan Kraus 1993 in seiner Monografie schrieb, verhökerte die Stadt sogar etliche Werke aus dem Nachlass über die Galerie Paffrath. Heute ist die Kunst des Wegbereiters und wichtigsten Vertreters des rheinischen Expressionismus sehr gefragt.