Schulen in Sorge um Mitarbeiter

Schulen in Sorge um Mitarbeiter

Befristete Verträge der Kräfte laufen aus.

Düsseldorf. Die Nachricht hat Eltern, Kinder wie Lehrer des Leibniz-/Montessori-Gymnasium kalt erwischt. Im August läuft der Zweijahres-Vertrag von Dieter Moers aus. Er ist der Mann, der das Selbstlernzentrum der zukünftigen Ganztagsschule am Laufen hält.

Als Ein-Euro-Jobber hat er vor sechs Jahren angefangen, dann wurde sein Vertrag umgewandelt. Laut Schulleiter Bernd Verfürth schaut sich die Stadtspitze derzeit jede solcher Stellen sehr genau an. Finanziert wird der Job von Dieter Moers zu 75 Prozent von der Arge, 25 Prozent trägt die Stadt.

In insgesamt neun Schulen sind Beschäftigte wie Moers zeitlich befristet tätig. An drei Schulen laufen die Verträge in Kürze aus. "Wir fangen nach den Ferien mit dem Ganztag an", klagt Verfürth. "Wir haben keine Mensa, keinen Aufenthaltsraum, und wenn Herr Moers gehen muss, auch kein Selbstlernzentrum mehr. Ich wüsste nicht, wer diese Arbeit übernehmen kann." Im Selbstlernzentrum lesen die Kinder, arbeiten am Computer, spielen Schach.

Vor zwei Wochen haben Eltern des Leibniz-Gymnasiums einen Brief an die Ratsfraktionen und an den Oberbürgermeister geschickt, seither warten sie auf Antwort.

Auch am Marie-Curie- und am Friedrich-Rückert-Gymnasium arbeiten so genannte "Perspektiv-Kräfte", Menschen also, die in den Arbeitsmarkt eingegliedert werden sollen und an den Schulen angelernt werden. Am Rückert ist der betreffende Mitarbeiter für den Computerbereich zuständig, sein Vertrag endet nächstes Jahr. "Er und wir brauchen die Sicherheit für eine kontinuierliche Zusammenarbeit", sagt Rückert-Chef Konrad Grossmann. "Offenbar muss die Stadt sparen. Aber das kann doch nicht dazu führen, dass so etwas Positives gestoppt wird."

Schuldezernent Burkhardt Hintzsche verbreitet derweil Zuversicht: "Wir verhandeln mit der Arge, und ich gehe davon aus, dass es klappt." Ob allerdings mit den jetzigen Mitarbeitern, ist unsicher.

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