„Schule ist Spielball der Parteipolitik“

„Schule ist Spielball der Parteipolitik“

Kopfnoten ja oder nein: Verbände und Lehrer wollen endlich mehr Konstanz.

Düsseldorf. Fix geht die kommende rot-grüne Landesregierung bei ihrer Schulreform zur Sache. Schon im zweiten Halbjahr 2010/ 11 sollen die so genannten Kopfnoten wieder von den Zeugnissen verschwinden. Die Schulbezirksgrenzen, die Schwarz-Gelb von fünf Jahren aufgehoben hatte, kommen wieder.

Warum sie das tun, ist Richard Schmitz schleierhaft. Er leitet die Gemeinschaftsgrundschule an der Südallee. "Eigentlich sollte der Elternwille gestärkt werden, dazu gehört auch die freie Schulwahl. Durch die Wiedereinfarührung der Schulbezirksgrenzen fällt das jetzt wieder weg."

Den Kopfnoten weint Schmitz keine Träne nach, hat aber dennoch seine Schwierigkeiten mit der Ankündigung: "Mal so, mal so. Schule ist nur noch ein Spielball der Parteipolitik. Ich wünsche mir endlich mehr Konstanz."

Das würde auch Rektorenkollegin Manuela Hasselmann von der Astrid-Lindgren-Schule so unterschreiben. "Die Kopfnoten halte ich pädagogisch zwar nicht für sinnvoll, aber wir haben sie doch nicht mit viel Mühe und langen Diskussionen eingeführt, um sie jetzt wieder abzuschaffen." Ihr Wunsch: Endlich eine bundesweite verbindliche Regelung für alle und jenseits aller Parteigrenzen. "Das kann doch eigentlich nicht so schwer sein."

Auch Handwerkskammer-Präsident Wolfgang Schulhoff, erklärter Befürworter der Kopfnoten, kann das Hin und Her nicht verstehen. "Schulen brauchen Planungssicherheit und keine ideologischen Schnellschüsse." Die Kopfnoten wieder abzuschaffen, sei ein massiver Einschnitt. "Wir brauchen leistungsfähige junge Leute, dazu gehören Kopfnoten."

Das findet Svenja Kruse vom Stadtelternrat nicht. "Um Schüler zu Leistung zu animieren und zu disziplinieren, sind sie ohnehin nicht geeignet. Außerdem war der Aufwand für die Lehrer extrem hoch."