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Schulaufsicht kann Ratsbeschluss kippen

Schulaufsicht kann Ratsbeschluss kippen

Streit: Am Donnerstag geht es um die Verkleinerung zweier Gesamtschulen.

Düsseldorf. Elternvertreter und Verantwortliche der beiden Gesamtschulen, die wie berichtet im kommenden Jahr insgesamt 112 weniger Kinder aufnehmen sollen, setzen jetzt auf eine Entscheidung von ganz oben. "Man kann das nicht ohne die Beteiligung der Bezirksregierung machen", meinte gestern Werner Kerski, Vorsitzender der Gesamtschul-Gesellschaft NRW, während einer extra anberaumten Pressekonferenz im Düsseldorfer DGB-Haus.

Der Schulausschuss hatte beschlossen, dass an Heinrich-Heine- und Dieter-Forte-Gesamtschule weniger Schüler aufgenommen werden sollen. Profitieren sollen davon die Hauptschulen, deren Schülerzahlen sinken. Kerski glaubt, dass die Bezirksregierung nicht mitspielt. Ansonsten sehe er erfolgversprechende rechtliche Möglichkeiten für Eltern, deren Kinder im kommenden Jahr keinen Platz an einer Gesamtschule bekommen. "Wenn sie klagen, wird’s interessant. Die Chance, einen Prozess zu gewinnen, ist nicht gering." Werner Kerski glaubt, dass der Beschluss des Düsseldorfer Schulausschusses eine Art politischer "Versuchsballon" für ganz NRW ist.

Mit Blick auf die möglicherweise entscheidende Ratssitzung am Donnerstag erklärte Ute Neuhaus, Vorsitzende der Schulpflegschaft der Heine-Gesamtschule: "Wir hoffen, dass dieser Beschluss so schnell wie möglich gekippt wird, damit die Verunsicherung der Gesamtschuleltern vorbei ist." Die Folgen seien nicht nur für künftige Generationen fatal. "Auch für die aktuellen Schüler hat das Folgen." Mittelfristig würden rund 30 Prozent weniger Lehrer dort beschäftigt sein.

Die Bezirksregierung will erst reagieren, wenn ihr der Ratsbeschluss vorliegt. Laut Sprecherin Jennifer Spitzner darf die Stadt jedoch grundsätzlich eine Verkleinerung der Zügigkeit beschließen. Prüfen will die Aufsichtsbehörde den Entschluss dennoch, sie hat die letzte Entscheidungsgewalt.