Schlag gegen Zocker: 41 Spielgeräte abgeschaltet

Schlag gegen Zocker: 41 Spielgeräte abgeschaltet

Polizei und Stadt sind bei einer neuen Kontrolle im Spieler-Milieu wohl in kriminelle Plan-Spiele geplatzt.

Düsseldorf. Erneut haben Polizei und Ordnungsamt in der Nacht zu Dienstag zahlreiche Gaststätten im Kampf gegen die illegale Zocker-Szene und die Organisierte Kriminalität kontrolliert. In 16 Betrieben wurden insgesamt 41 Glücksspielgeräte abgeschaltet, Spitzenreiter war ein Lokal an der Karlstraße mit fünf Sportwett-Terminals, drei Fungames und drei Geldspielgeräten ohne Zulassung.

Seit dem vergangenen Oktober sind wohl Kulturvereine, Cafés und Spielhallen in dreistelliger Höhe kontrolliert worden, sagt Rüdiger Korp, bei der Polizei seit November zuständig für die Brennpunktkontrollen. Anlass für die "deutliche Intensivierung" der Razzien war eine Massenschlägerei mit 30 bis 40 Beteiligten am Fürstenwall im Oktober. Offenbar hatten Banden aus der Glücksspiel-Szene öffentlich ihre Rivalität ausgetragen.

"Das Milieu hat sich lange sehr sicher gefühlt", erklärt Rüdiger Korp, der selbst bei den Brennpunktkontrollen vor Ort ist. "Jetzt arbeiten wir daran, das Entdeckungsrisiko für die Beteiligten unkalkulierbar zu machen." Denn die Szene besteht nicht nur aus "harmlosen" Spielern, die ihr Azubigehalt beim Hinterzimmer-Poker verzocken. Korp und seine Kollegen haben es vor allem auf einen harten Kern abgesehen, der Geld aus Menschen- und Drogenhandel sowie Hehlerei auf den Tisch legt. "Das können locker sechsstellige Beträge sein", erklärt Korp.

Auch wenn die Polizei so gut wie nie eine solche Spielerrunde auf frischer Tag ertappt: Durch die zahlreichen Razzien fällt jetzt auf, welche bekannten Gesichter öfter gemeinsam auftauchen. "Wir erkennen jetzt ansatzweise Strukturen in dem Milieu", sagt Korp. So seien auch in der Nacht zu Dienstag konspirative Zusammenkünfte gesprengt worden, bei denen bekannte Akteure der Organisierten Kriminalität über neue Wegen nachgesonnen hatten, auf illegale Weise Geld zu machen.

"Es ist ein Mosaikspiel", gibt Korp zu. Deshalb sei das Konzept der Brennpunktkontrollen dauerhaft angelegt, sollten die Razzien unvermindert weitergehen. Korp: "Wir stehen bei der Erhellung der Strukturen in der Szene noch immer ganz am Anfang."

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