Düsseldorf: Schausteller-Razzia: Prozess nach fünf Jahren

Düsseldorf: Schausteller-Razzia: Prozess nach fünf Jahren

Angeklagte sollen ganze Container gestohlen haben.

Düsseldorf. Es war eine der größten Razzien, die jemals in Düsseldorf stattgefunden haben. 330 Polizisten stürmten im Februar vor fünf Jahren mit schwerem Gerät das Schaustellerlager an der Oberhausener Straße in Rath. Sichergestellt wurden nicht nur etliche Tonnen Metall, die von dem benachbarten Mannesmann-Gelände stammten. Sogar einen ganzen gestohlenen See-Container entdeckten die Fahnder. Während der Prozess wegen des Metall-Diebstahls längst abgeschlossen ist, zog sich das Verfahren gegen drei Verdächtige aus der „nächsten Generation“ immer wieder in der Länge. Das Trio im Alter von inzwischen 16, 26 und 27 Jahren muss sich jetzt vor dem Landgericht verantworten.

Vielen Rathern war das Gelände seit langem ein Dorn im Auge. Immer wieder hatte es Beschwerden über die Schausteller gegeben. Nachdem ein Kronzeuge, der eng mit den Familien-Clans befreundet war, bei der Staatsanwaltschaft aussagte wurde die Groß-Razzia angeordnet.

Dabei wurde jede Menge Diebesgut entdeckt. Neben dem See-Container noch etliche andere Fahrzeuge — Autos und Motorräder —, die als gestohlen gemeldet waren. Bei einem BMW war die Fahrgestellnummer schon abgeschliffen. Dazu Kupferkabel, Werkzeuge, aber auch eine komplette Popcorn-Maschine, wie sie auf der Kirmes steht.

Zwei Schausteller und ein ehemaliger Vorarbeiter von Mannesmann-Vallourec wurden zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Sie sollen über lange Zeit in großem Stil Metall von dem Industriegelände gestohlen haben. Das Diebesgut wurde mit einem Lkw-Kran direkt aus Eisenbahn-Waggons umgeladen.

Angaben machten die drei Angeklagten am Freitag zur Person. Wie der 26-Jährige erklärte, habe seine Familie die „Monster Truck Show“ aufgegeben. Am 24. Januar soll der Kronzeuge in dem Prozess aussagen.

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