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Schauspielhaus: Blick hinter den Bauzaun

Schauspielhaus: Blick hinter den Bauzaun

Die zentrale Baustelle der Stadt liegt auf dem Gustaf-Gründgens-Platz — hier sind die Details der aktuellen Entwicklung.

Düsseldorf. Als Planungsdezernentin Vera Zuschke am Montag mit einem Tross Journalisten über die Platanenallee zwischen Martin-Luther-Platz und Kö-Bogen flaniert, reiht sich ein Düsseldorfer ein. Nicht eingeladen, jedoch interessiert ist der Mann und erkundigt sich aufgeschlossen nach dem Schauspielhaus. Denn so aufschlussreich die Informationen über Bodenplatten und Bänke entlang der Gleise der Bahnlinien 701, 706 und 705 sein mögen, die wirklich spannende Frage lautet: Was passiert hinter dem Zaun mitten in der Stadt? Wie steht es um Düsseldorfs teuerste Baugrube (die Gesamtinvestition von Kö-Bogen II beträgt 600 Millionen Euro)? Um das Theater der Stadt?

Aktuell werden die Blechplatten der Schauspielhausfassade abgenommen. Das war notwendig geworden, nachdem Feuchtigkeit in das Mauerwerk eingedrungen war. 2000 Elemente müssen entfernt werden, jedes ist 30 Zentimeter breit und bis zu 16 Meter lang. Insgesamt geht es um 6300 Quadratmeter Fassadenfläche, 2900 Quadratmeter wurden bereits abgetragen. Nach Auskunft von Kulturdezernent Hans-Georg Lohe hat die zuständige Firma die Zahl ihrer Mitarbeiter vor Ort erhöht, um den Rückstand von mehreren Wochen zu verringern. Ob, wie ursprünglich geplant, die Arbeiten noch im März beendet sein werden, ist offen. Trotz der Bauarbeiten sind einige wenige Inszenierungen — etwa das David-Bowie-Musical „Lazarus“ — im Großen Haus zu sehen. Das kündigen seit wenigen Tagen riesige Banner an, die teilweise vier mal 25 Meter groß sind. Sie haben nur eine Botschaft: „Wir spielen weiter“.

Das bestehende Kassenhäuschen soll in dieser Woche abgerissen werden. An seine Stelle wird ein verglaster Windfang eingebaut, der die Öffnung zum Gustaf-Gründgens-Platz betonen soll. Auch die dunkle Passage als Verbindung vom Gründgens-Platz zum Hofgarten wird hell gestaltet. Tickets und ein Café gibt es künftig in einem Glaspavillon, der auf dem Gustaf-Gründgens-Platz zum Dreischeibenhaus hin entsteht. Auch der Ausgang der Tiefgarage befindet sich in dem Pavillon. Unter dem Gründgens-Platz entstehen 500 bis 600 Parkplätze. Nicht mehr aufgebaut wird ein kleines Stück Mauer, das einst auf dem Platz stand und um welches zuletzt ein Streit entbrannt war. Denkmalschützer hatten es als Bestandteil des von Bernhard Pfau realisierten Ensembles retten wollen und gefordert, für die Zeit der Bauarbeiten solle man es einlagern und später wieder auf dem Platz errichten. Es stellte sich jedoch heraus, dass die Mauer nicht Teil von Pfaus Konzept war. Also wurde sie entsorgt.

Wie erst vor wenigen Tagen, im Zusammenhang mit den gestiegenen Kosten von Fassaden- und Dachsanierung (von 15 auf knapp 19 Millionen Euro), bekannt wurde, ist für das Dach des Schauspielhauses eine Begrünung vorgesehen. Rund 2300 Quadratmeter werden mit dem moosartigen Gewächs Sedum bepflanzt, was vor allem dem Klima sowie dem Schutz vor Schall und Feuchtigkeit dient. Dekorativen Charakter hat das Polster eher nicht. Von unten ist es jedenfalls nicht zu sehen. Der Bühnenturm erhält kein Grün, die Statik erlaubt das nicht.

Der Gustaf-Gründgens-Platz wird in Zukunft komplett mit einer Asphaltmasse belegt werden, an deren endgültiger Farbgebung die Stadt aktuell noch experimentiert. Steinplatten sind keine Alternative. Sie brauchen eine spezielle Befestigung, die wegen der unter dem Platz liegenden Tiefgarage nicht realisiert werden kann. Die Grundfarbe des Belags ist ein helles Taubenblau, das schwarz-weiße Sprenkel hat. Wie stark sie eingestreut werden, ist noch nicht sicher. Eine Probefläche liegt schon seit einigen Wochen vor der Ausfahrt der Kaufhof-Garage an der Königsallee, um ihre Bestandskraft zu überprüfen.