1. NRW
  2. Düsseldorf

Schalker lauerten Düsseldorfer Fans auf: Jagdszenen im Hauptbahnhof

Polizei : Schalker lauerten Düsseldorfer Fans auf: Jagdszenen im Hauptbahnhof

Schalker Hooligans hatten Fortuna-Fans nach dem Spiel abgepasst. Der Zugverkehr war für mehr als Stunde unterbrochen. Es gab 15 Platzverweise.

Es gab Bundesliga-Jahre, an denen die Polizei fast an jedem Wochenende rund ums Stadion oder in der Altstadt eine Menge Arbeit mit Hooligans hatte. Diese Saison verlief bisher ausgesprochen friedlich. Bis zum Samstag. Da passten rund 150 Schalker, die vom Spiel in Leverkusen kamen, die Düsseldorfer Fans im Hauptbahnhof ab. Innerhalb von wenigen Minuten brach das Chaos aus, es kam zu Jagdszenen auf den Bahnsteigen. Wie ein Sprecher des Bundespolizei erklärte, musste der Bahnverkehr abends für mehr als eine Stunde unterbrochen werden. Erst nach 21 Uhr konnten die Züge wieder fahren.

Für die Fans von Fortuna Düsseldorf war es eine böse Überraschung. Als sie mit dem Entlastungszug gegen 19:30 Uhr aus Dortmund im Düsseldorfer Hauptbahnhof ankamen, wurden sie von 150 gewaltbereiten Fans aus Schalke schon erwartet. Die vermummten Anhänger aus Gelsenkirchen waren vom Spiel in Leverkusen zurückgekehrt und hatten für diesen Überfall am Düsseldorfer Hauptbahnhof Halt gemacht und extra auf die Fortuna-Fans gewartet, die völlig unvermutet überfallen wurden, weil die Schalker über die Gleise auf den Bahnsteig stürmten.

Die Polizei griff mit größeren Kräften ein, konnte aber nicht alle Ausschreitungen verhindern, weil der Überfall so plötzlich erfolgt war. Schließlich forderte die Bundespolizei Verstärkung von den Kollegen aus dem Polizeipräsidium an, die zur Unterstützung in Richtung Hauptbahnhhof ausrückten.

Auf zwei Bahnsteigen hatten sich die Fans zunächst gegenüber gestanden. Dann sollen die Hooligans über die Schienen gelaufen sein. Es kam zu wilden Prügelszenen, von denen es auch Videos gibt Fortuna-Fans flohen ebenfalls teilweise über die Gleise, um den gewaltbereiten Angreifern zu entkommen. Somit musste unverzüglich der Zugverkehr eingestellt werden, um keine Menschenleben zu gefährden. Zunächst hieß es, dass es zwar leichte Verletzungen gegeben hat, aber keine größeren Personenschäden.

Die Polizei hatte alle Hände voll zu tun, um die beiden Fan-Lager zu trennen. Schließlich gelang es, die 150 Schalke auf einen Bahnsteig zu leiten. Dort wurde sie so lange von Beamten in Schach gehalten, bis der Zug nach Gelsenkirchen eintraf. Auch während der Fahrt wurden die Hooligans von starken Kräften begleitet.

Für die Polizei kam die Situation absolut unerwartet, denn bisher gab es zwischen Düsseldorf und Schalke keine ausgeprägten Fan-Feindschaften, wie sie zum Beispiel mit den Kölnern gepflegt werden. Festnahmen hat es nach Angaben der Bundespolizei zunächst nicht gegeben, allerdings erhielten 15 Gelsenkirchener einen Platzverweis. Es sei möglich, dass nach Auswertung der Videoaufnahmen noch Strafverfahren eingeleitet werden.

48 Züge hatten während der Sperrung des  Bahnhofs insgesamt fast 1000 Minuten Verspätung. Bei zwölf Zügen gab es Teilausfälle.