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Ju-Jitsu: Sanitäter bereiten sich auf die jecken Tage vor

Ju-Jitsu : Sanitäter bereiten sich auf die jecken Tage vor

Ju-Jitsu-Trainer trainiert ehrenamtliche Rettungskräfte für den sicheren Umgang in gefährlichen Situationen.

Düsseldorf. Karneval ist für die meisten eine eher erfreuliche Ablenkung vom Alltag. Nicht aber für ehrenamtliche Sanitäter wie Bodo Schadrack. Für ihn sind das mitunter gefährliche Tage. Zur Vorbereitung darauf haben er und 13 weitere Johanniter am Samstag an einer Veranstaltung zur Eigensicherung und Deeskalation der Stadt teilgenommen.

„Bei vielbesuchten Veranstaltungen wie Karneval werden rund 200 Ehrenamtler eingesetzt. Wenn sie dann Opfer von eskalierten Streitigkeiten retten müssen, greifen die Beteiligten oder sogar der Patient selbst an“, erklärt Schadrack seinen Alltag bei Straßenfesten. Deshalb gibt es diese Fortbildung, die aus Sportübungen, Rollenspielen und Tipps vom Trainer besteht, nun schon seit einigen Jahren. Trainer, Ordnungsbeamter und Ju-Jitsu-Schwarzgurt Karlheinz Bergers macht seinen Schülern vor, wie sie bei Gefahrensituationen vorgehen sollten: „Wenn jemand euch anpackt, solltet ihr euch nicht aggressiv losreißen.“ Das heize die Situation immer auf. „Wenn ihr euren Arm beim Rausziehen dreht, könnt ihr meistens ganz einfach rausgleiten und die Situation beruhigen.“

Die Situation beruhigen: Das ist das wichtigste, wie der Trainer immer wieder betont. Die Rettungskräfte sollen nicht nur lernen, wie sie sich selbst verteidigen, sondern einen „kontrollierten Umgang“ in Gefahrensituationen lernen. Einen Aggressor zu überwältigen, sollte nur der allerletzte Ausweg sein. Stattdessen lernt man das richtige Ausweichen, die richtige Strategie, um auf einen Aggressor zuzugehen oder das richtige Losreißen, was die Schüler direkt nachmachen. In diesem Moment wirkt die Fortbildung, die in einer Schulsporthalle stattfindet, wie eine Gymnastikstunde im Sportunterricht.

Gerade diese Mischung aus sportlicher Betätigung und mit Spaß vorgestellten Übungen kommt gut an. Viele Teilnehmer kommen nun schon seit mehreren Jahren regelmäßig und haben sich teilweise kennenlernen können. So zum Beispiel die 21-jährige Anna Schubert, die nun zum dritten Mal teilnimmt: „Es macht immer wieder Spaß und hilft, sich sicherer zu fühlen. Auch wenn mir bis jetzt bei meiner Arbeit im Rettungsdienst noch nie etwas Gefährliches passiert ist, merkt man schon, dass die Menschen immer aggressiver werden.“

Dass der angehenden Medizinstudentin noch nichts passiert ist, hängt für Trainer Karlheinz Bergers gerade mit dem sicherer werdenden Auftreten zusammen: „Wenn man sicher und ohne Angst auftritt, kann man schon viele Probleme vermeiden.“

Die Techniken würden vor allem beigebracht, damit sie gar nicht erst benutzt werden müssen.