Sanierung: Die Fleher Brücke als Nadelöhr

Sanierung: Die Fleher Brücke als Nadelöhr

Bis Oktober gibt es Richtung Bilk nur zwei Fahrspuren. Weitere Arbeiten auf der A 46 folgen.

Düsseldorf. Im Schneckentempo, wenn überhaupt, schieben sich die Autos am Morgen über die Fleher Brücke Richtung Bilk. Bis hinter das Kreuz Neuss-Süd stauen sich die Wagen der Berufspendler, vor der Auffahrt Uedesheim schlängelt sich Lastwagen an Lastwagen noch einen Kilometer über die Landstraße.

Mit vorwiegend stehenden Reifen. Die A46-Brücke ist die zentrale Achse für den Lastverkehr nach Düsseldorf und Richtung Wuppertal und die Einfallstraße für Pendler aus dem Raum Köln und dem Rhein-Kreis Neuss. Doch jetzt ist sie ein nerviges Nadelöhr — und bleibt es für Monate.

Seit Jahren wird die Fleher Brücke, die zwischen 1976 und 1979 gebaut wurde, bereits aufwendig saniert. Für insgesamt sieben Millionen Euro. „Jetzt werden die Fahrbahnübergänge erneuert. Und die Fahrbahndecke“, erklärt Bernd Löchter, Pressesprecher des Landesbetriebes Straßenbau. Deshalb stehen seit Freitag vorvergangener Woche auf der Brücke nur noch zwei verengte statt der sonst drei breiten Fahrstreifen zur Verfügung.

„Eigentlich wollte man das alles schon letztes Jahr fertig gemacht haben“, erklärt Löchter. Doch dann brannte auf der A57 bei Dormagen die Autobahnbrücke, eine Behelfsbrücke musste errichtet werden. Die A46 sei eine der Ausweichstrecken gewesen, so Löchter.

Was die Situation vor der Baustelle zusätzlich verschärft: Ausgerechnet direkt vor der Auffahrt Uedesheim wird die Fahrbahn verengt. Die Autos fädeln sich also von vier Spuren auf zwei — was den Verkehrsfluss weiter hemmt. „Es gibt an dieser Stelle eine langgezogene Kurve“, erklärt Norbert Cleve von der Autobahnniederlassung Krefeld.

„Wir müssen davor verengen, damit es nicht zu gefährlichen Situationen kommt.“ Ob diese Regelung im Laufe der Arbeiten noch entzerrt werden kann, weiß Cleve bislang nicht. Klar ist: „Die zwei Fahrspuren bleiben.“ Und zwar bis Oktober.

Autofahrer auf der Strecke werden über den Sommer viel Geduld brauchen — zumal auch die Südbrücke als mögliche Ausweichroute schon voller wird. Nach der Fahrbahnsanierung steht als Nächstes auch der Pylon auf der Fleher Brücke noch zur Sanierung an. „Aber da sind wir noch in der Bauvorbereitung. Ab Oktober gibt es erst mal eine Atempause“, so Cleve.

Das allerdings gilt nur für die Brücke. Während die Arbeiten zur Verbesserung der Sicherheit im Tunnel an der Anschlussstelle Wersten, die seit Dezember andauern, Ende des Monats beendet sein sollen, geht es dahinter gerade erst los: Am Kreuz Düsseldorf-Süd soll die Fahrbahn der Autobahn sechsspurig ausgebaut werden.

Zudem flossen dort bislang die Verkehrsströme von Eller auf die A46 und aus Düsseldorf auf die A59 Richtung Leverkusen zusammen. „Das führte zu Staus“, erklärt Laurenz Braunisch von der zuständigen Regionalniederlassung Köln des Landesbetriebes Straßenbau. Die Zufahrten sollen entwirrt werden.

Die Vorbereitungen sind in vollem Gange — erste Bäume wurden Ende Februar gefällt, jetzt baut man Entwässerungsbecken auf. Von Wuppertal aus Richtung Düsseldorf ist mit einem Beginn der Arbeiten auf der Fahrbahn noch in der ersten Jahreshälfte zu rechnen, in der Gegenrichtung geht es erst 2014 los. Und dann ist einmal mehr Geduld gefragt. Braunisch: „Das Ganze wird sich deutlich über zwei Jahre erstrecken.“

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